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Baurundblick

Nr. 12/2002
16. Dezember 2002



In dieser Ausgabe u.a.
- Verband der Bauindustrie für Niedersachsen: Stimmung am Bau ist schlecht
- Sachverständigenrat: Annährend stagnierende Bauinvestitionen
- Norddeutscher Eisenbahnoberbau formiert sich
- Werkpoliere sind am Bauarbeitsmarkt gefragt
- Uta Bockhoff-Gries erhält Niedersächsischen Bauindustriepreis 2002
- Der aktuelle Kommentar: Sieben Jahre Dürre

Herbstumfrage zur Baukonjunktur: Weiterhin kein Aufschwung in Sicht

(brb).- Die im Verband der Bauindustrie für Niedersachsen zusammengeschlossenen Bauunternehmen haben in der traditionellen Herbstumfrage zur Baukonjunktur erneut ein eindeutiges Bild von ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage gezeichnet. Die Hoffnungen auf Erholung der Bauwirtschaft im Jahr 2002 wurden nicht erfüllt.

Die Stimmung in den Unternehmen bezüglich der wirtschaftlichen Lage ist nach wie vor überwiegend schlecht. Wie auch schon in den vorangegangenen Umfragen zeichnet sich ein besonders dunkles Bild für den Bereich des Wohnungsbaus ab. Alle der hier tätigen Unternehmen gaben an, die derzeitige wie auch die prognostizierende Geschäftslage sei schlecht. In den anderen Baubereichen ist die Aussage nicht ganz so eindeutig, aber auch hier bezeichnet die überwiegende Anzahl der Unternehmen die Geschäftslage als schlecht und zwei Drittel erwarten für die kommenden sechs Monate keine Besserung der Geschäftslage.

Für die Unternehmen der Bauindustrie zeigt lediglich der gewerbliche Bau noch durchschnittlich befriedigende Ergebnisse, wenn auch erkennbar ist, dass sich die positiven Erwartungen aus der Frühjahrsumfrage nicht erfüllt haben.

Nach wie vor berichten die Mitgliedsunternehmen über eine unzureichende Ertragslage. Vor allem im Wohnungsbau und im Straßenbau sind die zu erzielenden Baupreise nicht kostendeckend. Der Rückgang der Baunachfrage zählt ebenso wie die schlechte Zahlungsmoral neben dem alle Bauindustrieunternehmen belastenden unauskömmlichen Preisniveau zu den aktuellen Hauptproblemen.

Vergleicht man die Ergebnisse der vorliegenden Umfrage in Bezug auf die Beschäftigtenentwicklung, so wird hier tendenziell nur das wiedergegeben, was den Medien über die gesamtwirtschaftliche Situation zu entnehmen ist. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen geht in ihrer Personalplanung für die kommenden sechs Monate von einem Rückgang der Zahl der beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer (Angestellte: 33 Prozent) aus. Trotz Baukrise ist die Ausbildungsquote immer noch erfreulich hoch. Etwa 64 Prozent der Verbandsmitglieder bilden Nachwuchskräfte aus. Des Weiteren berichten knapp 18 Prozent der Unternehmen über freie Ausbildungsplätze, die nicht besetzt werden konnten.

Jahresgutachten des Sachverständigenrates: Keine Erholung der Bauinvestitionen im Jahr 2003

(brb).- Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet im nächsten Jahr - hauptsächlich wegen der Maßnahmen zur Beseitigung der Flutschäden - annähernd stagnierende Bauinvestitionen. Die öffentlichen Bauinvestitionen sollen danach um real 7,6 Prozent zulegen, der Wirtschaftsbau und der Wohnungsbau um jeweils 1,3 Prozent zurückgehen. Für die gesamte Bautätigkeit wird eine minimale Abnahme von real 0,2 Prozent erwartet.

Skeptischer als die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten schätzt der Sachverständigenrat (SVR) die gesamtwirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2003 ein; erwartet wird lediglich ein preisbereinigtes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1 Prozent. Bei weiterhin schwachem inländischen Konsum (sowohl der privaten Haushalte als auch des Staates) soll das Wachstum hauptsächlich von den Exporten herrühren; deren preisbereinigtes Volumen soll mit 3,6 Prozent doppelt so stark zulegen wie im laufenden Jahr.

Zu den Erwartungen an die Baukonjunktur im Jahr 2003 heißt es im Gutachten: "Die Entwicklung von Baugenehmigungen und Auftragseingängen lassen für das Jahr 2003 keine Erholung der Bauinvestitionen erwarten. Der Wohnungsbau ist durch regionale Disparitäten gekennzeichnet: Beträchtlichen Leerständen im Osten stehen zunehmende Knappheiten in einigen westdeutschen Ballungszentren gegenüber. Die Nachfrage nach Eigenheimen wird durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit und unsichere Einkommensperspektiven gedämpft. Insgesamt werden die Wohnungsbauinvestitionen das Vorjahresniveau im Jahre 2003 noch einmal unterschreiten. Der Wirtschaftsbau wird ebenfalls erneut zurückgehen, da das Ausmaß der konjunkturellen Erholung nicht ausreicht, um der Bautätigkeit nennenswerte Impulse zu geben. Wegen der Bemühungen zur Beseitigung der Flutschäden werden die Bauinvestitionen insgesamt jedoch annähernd stagnieren. Vor allem im öffentlichen Bau ist im ersten Halbjahr aufgrund von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Infrastruktur mit einer kräftigen Zunahme zu rechnen. Alles in allem werden sich die Bauinvestitionen im Jahre 2003 nur noch um 0,2 Prozent verringern, nach einer Abnahme um 4,9 Prozent in diesem Jahr."

Sehr viel breiteren Raum als in früheren Jahresgutachten wird diesmal der Bauwirtschaft eingeräumt. In der Textpassage über die langfristigen Entwicklungsperspektiven der deutschen Bauwirtschaft wird ausführlich auf die vom Hauptverband in Auftrag gegebene Studie des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft über "Das strategische Umfeld der deutschen Bauindustrie bis 2010" eingegangen. Gleiches gilt für die Studie des Instituts für Siedlungs- und Wohnungswesen der Universität Münster, die Prof. van Suntum als Korreferat auf dem Symposium des Hauptverbandes zur Vorstellung der IWG-Studie präsentierte.

Unter der Überschrift "Vereinigung als Wachstumsbremse für Deutschland" wird auf die wachstumshemmenden Auswirkungen der Krise des Baugewerbes eingegangen. Durch überzogene Kapitalsubventionen in Form von Investitionszulagen, Investitionszuschüssen und Sonderabschreibungen in Ostdeutschland seien als Konsequenz massive Überinvestitionen im Bausektor entstanden. Die dadurch entstandenen Überkapazitäten würden seit Mitte des letzten Jahrzehnts die Entwicklung des Baugewerbes in Ostdeutschland nachhaltig belasten. Aufgrund der ebenfalls schwachen Entwicklung im früheren Bundesgebiet trage der gesamtdeutsche Bausektor zur Wachstumsschwäche Deutschlands bei. Nach Berechnungen der Europäischen Kommission sei mindestens ein Drittel der für die zweite Hälfte der 90er Jahre festgestellten Wachstumsunterschiede zwischen Deutschland und den europäischen Partnerländern (1 Prozentpunkt pro Jahr beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner) auf die tiefe Krise in der Bauwirtschaft zurückzuführen.

Bei den Elementen eines Wachstumsprogramms für Ostdeutschland mahnt der SVR einen weiteren Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, insbesondere im Verkehrsbereich, an. Dazu zählten die beschleunigte Fertigstellung überregionaler Neubaustrecken ebenso wie eine Verbesserung der Straßenverkehrsinfrastruktur im Bereich der Städte und Gemeinden. Die im Rahmen des Solidarpaktes II vorgesehenen Mittel sollten zielorientiert für den Ausbau der kommunalen Infrastruktur in potentiellen Wachstumszentren verwendet werden. Hierzu sei allerdings notwendig, dass die Kommunen einen hinreichend hohen Anteil der Solidarpakt-II-Mittel erhalten. Es wäre daher hilfreich, wenn sich die Länder förmlich verpflichten würden, den Kommunen für die Laufzeit des Solidarpaktes II entsprechende Zuweisungen in vorab festgelegter Höhe zu garantieren.

Gerade auch angesichts der aktuellen Diskussion über Steuereinnahmen und Staatsausgaben fordert der SVR eine Durchforstung der Staatsaufgaben zu Gunsten privater Aktivitäten. Der Staat solle sich aus allen Tätigkeiten zurückziehen, die genauso gut oder besser dem Markt überlassen werden können.

Norddeutscher Eisenbahnoberbau formiert sich

(brb).- Unternehmer des Eisenbahnoberbaus aus den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben sich vor kurzem zu einer Regionalen Fachabteilung zusammengefunden. Sie wählten Dipl.-Ing. Jürgen Frenzel aus Freden zu ihrem Sprecher. Die Geschäftsführung wird vom Verband der Bauindustrie für Niedersachsen in Hannover wahrgenommen, da ein wichtiger Ansprechpartner der Eisenbahnoberbauunternehmen, die Niederlassung Nord der DB Netz AG, in Hannover ihren Sitz hat.

Die Teilnehmer erörterten unter anderem den Fragebogen der Deutschen Bahn AG für das Projekt Präqualifikation und entwickelten einen gemeinsamen Standpunkt. Gerhard Kloth-Henkel, ab 1. Januar 2003 Sprecher der Niederlassung Nord der DB Projekt Bau GmbH, erläuterte Investitionen in das Schienennetz in Norddeutschland im Jahre 2003. Danach ist für die Jahre 2004 bis 2006 von einem deutlichen Investitionszuwachs auszugehen.

Werkpoliere sind am Bauarbeitsmarkt gefragt

(brb).- Anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der Kommission der Tarifvertragsparteien zur Durchführung von Werkpolier-Prüfungen waren sich die Teilnehmer der Tarifvertragsparteien einig, dass es auch bei einem strukturell weiter verändernden Baumarkt ein gutes Betätigungsfeld für Werkpoliere gibt. Die angebotenen Lehrgangsmaßnahmen belegen nach Auffassung des Geschäftsführers der Tarifkommission Werkpoliere, Rechtsanwalt Andreas Biedermann, auch, dass die Unternehmen den Stellenwert der Werkpolier-Ausbildung erkannt haben und weiter auf qualifiziertes Stammpersonal setzen. Der Werkpolier als Führungskraft auf der Baustelle zwischen dem Bauvorarbeiter und dem angestellten Polier bzw. Bauleiter hat gute Arbeitsmarktchancen.

Im vergangenen Winterhalbjahr haben 95 Teilnehmer die Werkpolier-Prüfungen mit Erfolg absolviert. Auch in diesem Winterhalbjahr werden in Niedersachsen Werkpolier-Lehrgänge in den Fachrichtungen Hochbau, Tiefbau, Rohrleitungsbau und Brunnenbau, Spezialtiefbau und Asphaltbau durchgeführt; schon der derzeitige Anmeldestand belegt den hohen Stellenwert der Ausbildung.

Uta Boockhoff-Gries erhält Niedersächsischen Bauindustriepreis 2002

(brb).- Der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen hat den Niedersächsischen Bauindustriepreis 2002 Frau Dipl.-Ing. Uta Boockhoff-Gries, Baudezernentin der Landeshauptstadt Hannover, zuerkannt.

Die Bauindustrie würdigt damit die besonderen Verdienste der Preisträgerin um das Bauwesen, insbesondere bei der architektonischen Umgestaltung Hannovers zur EXPO 2000.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird Anfang Februar 2003 in Hannover im Rahmen einer Festveranstaltung übergeben. Die Preisträgerin wird den Betrag der baurelevanten bauwissenschaftlichen Forschung zukommen lassen.

Der aktuelle Kommentar: Sieben Jahre Dürre

(brb).- Neigt sich ein Verflixtes Siebtes Jahr zu Ende und kommen bessere Zeiten, oder muss erst die Böse Dreizehn abgewartet werden, ehe es endlich, endlich wieder aufwärts geht? Die deutsche Bauwirtschaft befindet sich in einer Situation, die mit dem Allerweltswort Krise höchst unzulänglich und nicht gerade verharmlosend beschrieben wäre. Die Auftragsbücher enthalten seit langem fast ausschließlich leere Seiten, die Existenz nicht weniger, leistungsfähiger Unternehmen ist bedroht, und gefährdet sind damit hunderte weiterer Arbeitsplätze von qualifizierten, tüchtigen Mitarbeitern. Dem erfahrenen Polier lässt sich nur beipflichten, der in der Baubude voller Resignation seinen Männern sagt, er könne sich nicht erinnern, dass die Lage jemals derart beschissen gewesen sei.

Wer derzeit dennoch den sprichwörtlichen Silberstreifen am Horizont zu erkennen meint, der unterliegt genauso einer Täuschung wie der Verdurstende in der Wüste, der eine Fata Morgana für die rettende Oase hält. Die Bundesregierung, die sich im September mit Mühe und Not, sprich mit kurzlebigen Schwindeleien und nachhaltiger außenpolitischer Kraftmeierei über die Runden gerettet hat, scheint sich über die katastrophale Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur nicht im klaren zu sein. Jedenfalls tun Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Leute mit ihrer Politik der Steuer und Abgabenerhöhung das Falsche, um die Talfahrt wenigstens zu bremsen. Wer wird schon investieren in einem Klima der Ungewissheit und des Abwartens, das mehr und mehr bestimmt ist von der Ansicht, dass eigentlich alle von der Politik festgesetzten wichtigen Rahmendaten nicht verlässlich und damit unkalkulierbar geworden sind.

Die kakophonischen Töne, die sogar Schröder inzwischen wahrnimmt in den Parteien seiner Koalition und die er offensichtlich nicht mehr abstellen kann, verstärken diese Unsicherheit noch und verschaffen ihr eine zusätzliche Rechtfertigung. Die Stichworte Mehrwertsteuer, Eigenheimzulage und Verschiebung der Rentenerhöhung sowie die Namen Stiegler, Scheel und Müntefering reichten im Grunde aus als Belege für die erkennbare Uneinigkeit über den weiteren Weg, wenn es da nicht noch den Niedersachsen Gabriel gäbe. Dieser Meister großer Worte und folgenloser Ankündigungen will die bevorstehende Landtagswahl mit der vom Bundeskanzler derzeit aus triftigem Grund abgelehnten neidschürenden Forderung nach Wiedereinführung der Vermögenssteuer gewinnen. Als ob nicht bekannt wäre, dass er in seinen begrenzten Konflikten mit Schröder am Ende bislang stets gekniffen hat. Dass die Vermögenssteuer als vermeintliche Bildungssteuer absichtlich falsch etikettiert wird. Und als ob nicht jedermann vor dem Wahltag glaubhaft hören möchte, was der Ministerpräsident im Fall einer Wiederwahl zu machen gedenkt, um Niedersachsen voranzubringen, wenn es schon keine überzeugende Bilanz für die zurückliegenden fünf Jahre gibt.

Das wird nur einer schaffen, der die Bürokratie wirksam einschränkt, der hemmende Vorschriften beseitigt, und der für öffentliche Investitionen sorgt, die bekanntlich mit intelligenten Finanzierungsmodellen auch bei sehr knapper Kasse möglich sind, die Arbeitsplätze sichern und sich auch dadurch rasch auszahlen. Im Landtagswahlkampf, bei dem es nebenbei auch um die für die Bundesregierung so wichtigen Kräfteverhältnisse im Bundesrat geht, sollte, muss darüber geredet werden, obgleich die Wähler vielleicht nur noch am Ausstellen von Denkzetteln interessiert sind. Denn im Januar werden sie weniger auf ihrem Gehaltskonto vorfinden, wird ihnen mehr für Strom und Gas abgebucht werden, und werden sie am Zähler der Tankstelle voller Schrecken sehen, wie ihnen das Spritgeld zwischen den Fingern zerrinnt.

Dem Hochbau droht das Aus

(brb).- Die statistischen Daten für das Bauhauptgewerbe in Niedersachsen zeichnen für die ersten drei Quartale 2002 weiterhin ein dunkles Bild für die Lage der Bauwirtschaft. Die Bauproduktion ist in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum nochmals um 7,1 Prozent zurückgegangen. Alle Sparten des Hoch- und Tiefbaus sind hiervon betroffen.

Die Zahl der Auftragseingänge ging weiter zurück, und zwar um 3,1 Prozent. Lediglich der Tiefbau konnte dank eines deutlich erhöhten Auftragseinganges im gewerblichen Tiefbau eine Auftragssteigerung um 2,9 Prozent verzeichnen. Besonders schlecht sind die Zahlen dagegen für den gewerblichen Hochbau: hier müssen die Unternehmen einen drastischen Rückgang der Auftragseingänge um 11,1 Prozent verkraften.

Mit einer Besserung der Baukonjunktur ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Besonders schlecht stellen sich die Zukunftsprognosen für den Bereich des Wohnungsbaus dar, wo die Zahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent zurückging. Betroffen ist hiervon vor allem der Mehrgeschosswohnungsbau mit einem Minus von 32,6 Prozent. Ein Rückgang der Baugenehmigungen ist aber nicht nur im Bereich der Wohngebäude festzustellen, sondern auch bei den übrigen Gebäuden, bei denen er mit 18 Prozent noch stärker ausfällt. Insbesondere öffentliche Bauherren sind für diesen dramatischen Rückgang um fast ein Fünftel verantwortlich; hier wurden 21 Prozent weniger Baugenehmigungen erteilt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen und in Anbetracht der Pläne der Bundesregierung in Bezug auf Steuern und Eigenheimzulage ist zu befürchten, dass die Hochbausparte nahezu zum Erliegen kommt. Dies hätte gravierende Auswirkungen nicht nur für den Baumarkt, sondern insbesondere auch für den Bauarbeitsmarkt. Das besondere Gewicht der Zahlen aus dem Bereich des Wohnungsbaus für die zukünftige Entwicklung des gesamten Baumarktes lässt sich daraus ablesen, dass der Wohnungsbau mit über 50 Prozent des Bauvolumens der dominierende Teil der Bautätigkeit ist. Insofern hat die Entwicklung dieser Sparte erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Baukonjunktur. Bereits in der Vergangenheit hat vor allem die negative Entwicklung der Baunachfrage im Wohnungsbau zu der derzeitigen schwierigen Situation der Bauwirtschaft beigetragen.

Nur Investitionen sichern Wachstum

(brb).- Die Bauwirtschaft kann auch Ende des Jahres 2002 - wie bereits in den Vorjahren - auf keine positive wirtschaftliche Entwicklung zurückblicken. Darauf verwiesen der Präsident des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachen, Michael Munte, und der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Michael Sommer. Sei die Lage für die Baubranche schon zu Beginn des Jahres nicht gut gewesen, so habe sie sich im Laufe der zurückliegenden Monate weiter verschlechtert. Eine Besserung sei auch für das Jahr 2003 nicht zu erwarten.

Auch vor dem Hintergrund, dass die Bauwirtschaft eine große Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche Konjunkturentwicklung habe, so Munte und Sommer, wären Investitionen in diesem Bereich dringend erforderlich, um den Abwärtstrend zu durchbrechen. Die zwar entschärften aber schon vom Ansatz her verfehlten Pläne der Bundesregierung zur Kürzung der Eigenheimzulage im Bereich des Steuerrechts seien nicht geeignet, das Investitionsklima aufzuhellen. Es sei auch nicht erkennbar, wie die Bundesregierung eine Haushaltskonsolidierung und den Abbau der Arbeitslosigkeit mit der von ihr derzeit verfolgten Politik erreichen könne.

Munte und Sommer hofften zum Jahresausklang 2002, dass die Politik doch noch die Kraft finden werde, Deutschland auf einen Wachstumspfad zu bringen und das Vertrauen von Wirtschaft und Verbrauchern wieder zu gewinnen.

Verein zur Berufsförderung wählt neuen Vorstand

(brb).- Anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins zur Berufsförderung der Bauindustrie in Niedersachsen wurde der Vorsitzende Dipl.-Ing. Manfred Knischewski, HEIBUS Heinemann & Busse Bauunternehmung GmbH, Salzgitter, in seinem Amt bestätigt. Wiedergewählt zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Bauassessor Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, Hastrabau-Wegener GmbH & Co.KG, Langenhagen. Dr.-Ing. Helmut Landahl, Oevermann GmbH & Co. KG, Münster, wurde erstmals als stellvertretender Vorsitzender gewählt.

Personalien

(brb).- Zum neuen Vizepräsident Technik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie ist Dr.-Ing. Klaus-Dieter Ehlers gewählt worden. Ehlers löst zum Jahreswechsel Dipl.-Ing. Dieter Rappert ab, der nicht mehr für dieses Amt kandidiert hat.

Kurz notiert

(brb).- Der Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe in den alten Bundesländern betrug im 3. Quartal 2002 bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten 17,9 Mrd. EUR. Das entsprach einem Rückgang von real 5,4 % zum Vorjahresquartal.

In den neuen Bundesländern betrug der Auftragsbestand bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten im 3. Quartal 2002 4,5 Mrd. EUR und lag damit real um 3,8 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.

Kurz notiert

(brb).- Im November 2002 stieg die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen in den alten Bundesländern im Vergleich zum Vorjahrsmonat um 3,5 Prozent auf 113.935. Die Zahl der Kurzarbeiter im Baugewerbe betrug 20.749. Das waren 28,8 Prozent mehr als im November 2001.

In den neuen Bundesländern betrug die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen im November 2002 127.239. Sie lag damit um 4,9 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Die Zahl der Kurzarbeiter im Baugewerbe stieg im Vorjahresvergleich um 63,1 auf 6.630.

Kurz notiert

(brb).- Im Jahr 2001 wurden in den alten Bundesländern 2.717 Insolvenzen im Bauhauptgewerbe registriert. Das waren 13,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahr. In den neuen Bundesländern betrug die Zahl der Insolvenzen im Jahr 2001 im Bauhauptgewerbe 2.192. Das entspricht einem Zugang von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


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Verantwortlich: Dr. Hans-Peter Sattler

Nachdruck, auch auszugsweise gestattet. Quellenangabe und Belegexemplar erbeten.

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