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Baurundblick

Nr. 6/2006
29. Juni 2006


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In dieser Ausgabe u.a.

Konjunktureller Stabilisierungsprozess in Sicht

(brb).- Im Rahmen der Pressegespräche anlässlich der Sitzungen der Bezirksgruppen des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen zeigten sich die Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Michael Sommer und RA Dr. jur. Wolfgang Bayer, zuversichtlich, dass es im Jahr 2006 in Niedersachsen und Bremen zu einem baukonjunkturellen Stabilisierungsprozess kommen wird.

Die derzeitige baukonjunkturelle Situation ist nach Angaben der Verbandsvertreter dadurch gekennzeichnet, dass die vorliegenden Zahlen für den Zeitraum Januar bis März 2006 nach Angaben der amtlichen Baustatistik bei den Auftragseingängen im Verbandsgebiet gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Plus von 1,3 Prozent ausweisen. Der sehr positive Trend der Vormonate habe sich damit etwas abgeschwächt. Hauptursache hierfür sei der öffentliche Hochbau, der in Niedersachsen um 42,4 Prozent und in Bremen um fast 70 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr 2005 eingebrochen sei.

Die erteilten Baugenehmigungen sind nach Angaben Sommers und Bayers im Verbandsgebiet gegenüber dem Vergleichszeitraum des Frühjahres 2005 um 9,7 Prozent gestiegen. Zurückzuführen sei dies maßgeblich auf den starken Nachfrageanstieg bei den Wohngebäuden in Niedersachsen von fast 33 Prozent.

Dieser hohe Wert ist nach Ansicht des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen in erster Linie auf die anstehende Mehrwertsteuererhöhung ab dem Jahr 2007 zurückzuführen. Da die Bauindustrie aber traditionell eher im Bereich der Nichtwohngebäude tätig sei, werde dieses „Strohfeuer“ für die Mitgliedsunternehmen des Verbandes kaum positive Wirkung entfalten.

Bei der Bauproduktion, gemessen nach den geleisteten Arbeitsstunden, werde ein leichtes Minus von 0,8 Prozent ausgewiesen. Während im Hochbau noch ein Plus von 0,8 Prozent zu verzeichnen sei, müsse der Tiefbau ein Minus von 3,7 Prozent hinnehmen. Diese Entwicklung sei durch die im Jahresvergleich harten Wintermonate 2006 verursacht.

Die Beschäftigtenzahl ist im Verbandsgebiet in den ersten drei Monaten des Jahres 2006 gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch einmal um 3,1 Prozent gesunken.

Preis der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen 2005 an MdB Uwe Beckmeyer überreicht

(brb).- Uwe Beckmeyer, Bundestagsabgeordneter, verkehrspolitischer Spreche der SPD-Bundestagsfraktion und früherer Bremer Senator für Häfen, Schifffahrt und Verkehr sowohl für Wirtschaft, Technologie und Außenhandel, wurde der Preis der Bauindustrie Niedersachsen-Bremen 2005 verliehen und im Rahmen einer Festveranstaltung in Bremen übergeben. Präsidium und Beirat des Bauindustrieverbandes hatten sich einstimmig für die Ehrung des Preisträgers ausgesprochen. Das Preisgeld von 10.000,00 Euro wird vom Preisträger zweckgebunden der baurelevanten wissenschaftlichen Forschung zugewandt.

Der Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, erklärte bei der Übergabe, dass mit Verleihung des Preises an Uwe Beckmeyer die besonderen Verdienste des Preisträger als Senator der Freien Hansestadt Bremen um die baurelevante Investitionspolitik für Bremen und Bremerhaven gewürdigt würden.

Der Preisträger habe durch seine Politik wesentlich mit dazu beigetragen, die Planung der Verkehrsinfrastruktur und den erforderlichen Ausbau von Straßen-, Schienen- und Wasserwegen sorgfältig mit den Interessen von Wirtschaft und Bevölkerung abzustimmen sowie den Standard der Bremischen Häfen und des Flughafens Bremen an die veränderten Anforderungen zügig anzupassen. Er habe dazu eine erfolgreiche Akquisition von Investitionsmitteln für Bremen und Bremerhaven und eine das Wirtschaftswachstum fördernde und richtungsweisende Wirtschafts- und Strukturpolitik betrieben. Durch die Gewerbeansiedlung und Erschließung von Gewerbeflächen, die Ansiedlung von Betrieben sowie die Errichtung von wirtschaftsnahen Forschungsinstituten habe er weitere Investitionen der Wirtschaft initiiert und der Bauwirtschaft umfangreiche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

Horst Wübben, der ehemalige Vorsitzende des Bauindustrieverbandes Bremen-Nordniedersachsen, überreichte Uwe Beckmeyer die Urkunde und dankte für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er unterstrich, dass der Preisträger als Bundestagsabgeordneter und verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Fraktionsvorstand maßgeblich an der Aufstellung und Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans insbesondere des Hafenbaus und einer konsequenten Vernetzung der Verkehrssysteme mitwirke.

Zunehmende Altbauerneuerung bringt Europas Bauwirtschaft auf moderaten Wachstumskurs

(brb).- So lassen sich die Ergebnisse der 60. Euroconstruct-Konferenz zusammenfassen. Die Modernisierung, Substanzerhaltung und Instandsetzung des Bauwerksbestandes stand im Mittelpunkt dieser Zusammenkunft europäischer Forschungsinstitute mit spezifischem Know-How im Bau- und Immobiliensektor.

Die Aufgaben für die Altbauerneuerung und die Nachfrage nach entsprechenden Bauleistungen werden tendenziell weiter zunehmen, weil ein riesiger und anhaltend rasch wachsender, ständig Abnutzungs- und Alterungsprozessen unterworfener Bauwerksbestand erhalten und in seiner Funktionsfähigkeit an neue Anforderungen angepasst werden muss. Bei den Immobilieneigentümern hat im Zuge der Lebenszyklusbetrachtung bei Immobilien die Erkenntnis an Bedeutung gewonnen, dass rund ¾ oder mehr der Gesamtkosten von Bauwerken auf Unterhalts- und Erhaltungskosten entfallen. Das gastgebende spanische Institut hat Angaben zur inneren Struktur der Altbauerneuerung in zwölf europäischen Ländern zusammengetragen und ausgewertet. Drei Kategorien werden unterschieden:

- umfassende Modernisierung
- partielle Substanzerhaltung und
-verbesserung
- selektive Renovierung.

Das europäische Bauvolumen, das sowohl die Errichtung neuer Bauwerke als auch sämtliche (gewerblichen) Bestandsmaßnahmen einschließt, erreichte im Basisjahr 2004 etwas mehr als 1,2 Billionen Euro. Trotz der massiven Rückgänge im Zuge der seit 1996 andauernden, besonders hartnäckigen Baurezession behielt Deutschland seine Spitzenposition. Das Bauvolumen ist weiterhin von einem leichten Übergewicht der Neubauaktivitäten gekennzeichnet. Eine Stimulierung der Bautätigkeit ist durch die beschleunigte Ausweitung der Bestandsmaßnahmen zu erwarten. Anhaltende Dämpfer gehen vom Wohnungsneubau aus, Impulse vom Nichtwohnhochbau und von neuen Tiefbauten. Erfreulich ist, dass Deutschland beim europäischen Bauvolumen endlich das „Bremserhäuschen“ verlässt. Trotz schwachem Eigenheimbau gewinnt das Bauwachstum in Europa an Tempo. Das aggregierte Bauvolumen in den 19 west- und mittelosteuropäischen Ländern, die untersucht wurden, steigt im Prognosezeitraum 2006 – 2008 real um über 63 Milliarden Euro oder etwas mehr als fünf Prozent an, wobei die Zuwachsraten von Jahr zu Jahr ein wenig größer werden.

Meine Meinung

(brb).- Nachfolgend einige Kernaussagen des Statements von Dr. Walter Hell, Leiter des Instituts für Mobilitätsforschung (ifmo) anlässlich des Symposiums „Mobilität und Stadtumbau – Neue Herausforderungen für die Bauindustrie“ Anfang Juni in Berlin:

„Die Verkehrsleistung im Personenverkehr wird bis 2025 nur unterdurchschnittlich zunehmen. Die Verkehrsleistung im Güterverkehr wird sich in den kommenden 20 Jahren dagegen fast verdoppeln. Da sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr auf der Straße und auf der Schiene überwiegend dieselbe Infrastruktur nutzt, darf man beide Entwicklungen nicht getrennt diskutieren.“

„Natürlich entwickelt sich der Verkehr nicht gleichmäßig verteilt über das gesamte Straßennetz. Die Zuwächse werden vor allem in bestimmten Korridoren auftreten. Dabei ist das Wachstum in West-Ost-Richtung eine besondere Herausforderung. Es trifft auf eine Infrastruktur, die auf diese Zuwächse nicht vorbereitet ist, obwohl die Verkehrsströme im Vergleich zur Nord-Süd-Richtung relativ gering erscheinen.“

„Der Straßengüterverkehr wird weiterhin wachsen. Der heutige ca. 75%ige Anteil am Modalsplit wird sich eher vergrößern. Gründe dafür sind die steigenden Flexibilitätsbedürfnisse der Industrie, die der LKW auch künftig am besten befriedigen kann, auch der abnehmende Anteil der Massengüter spricht eher für die Straße.“

„Der Schienengüterverkehr wird vermutlich trotz Wachstums Anteile verlieren.“

„Gleichzeitig steigen bis 2025 die Belastungen der öffentlichen Haushalte erheblich (z.B. aus der demographischen Entwicklung), so dass von den Experten unterstellt wurde, dass in den kommenden 20 Jahren nur bei Erschließung zusätzlicher Geldquellen ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden können, um die Infrastruktur so leistungsfähig zu machen, dass der erwartete Verkehrszuwachs aufgefangen werden kann. In unserem Szenario gehen die Experten davon aus, dass die für Instandhaltung und Erweiterung der Straßeninfrastruktur notwendigen Mittel durch eine Straßenbenutzungsgebühr für PKW aufgebracht werden und dass der weitaus größte Teil des Fernstraßennetzes privat finanziert und betrieben wird. Der Staat konzentriert sich vor allem auf die Rolle als Besteller.“

„Bei der Diskussion um die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten leistungsfähigen Infrastruktur darf man einen wichtigen Zusammenhang nicht übersehen: die Abhängigkeit zwischen Wirtschaftswachstum und Verkehrswachstum. Bis jetzt ist es nicht gelungen, Wirtschaftswachstum bei rückläufigem Verkehrswachstum zu generieren, d.h. wenn wir Wirtschaftswachstum wollen, müssen wir Verkehrswachstum akzeptieren bzw. wir müssen Voraussetzungen schaffen, um das Wachstum unserer Wirtschaft nicht zu behindern. Dass dieses Wachstum möglichst nachhaltig (d.h. ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoll) gestaltet werden muss, versteht sich von selbst – stellt aber zweifellos eine große Herausforderung an alle Beteiligten dar.“

3. Bremen-Niedersächsischer Bau-rechtstag - Thema: Bauen im Bestand

(brb).- Der 3. Bremen-Niedersächsische Baurechtstag am 12. Mai 2006 in Hannover befasste sich mit Themen rund um das „Bauen im Bestand“. Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, RA Dr. jur. Wolfgang Bayer, führt in die Thematik „Bauen im Bestand – Potenziale für die Bauwirtschaft“ ein. Er machte deutlich, dass dieses Thema alle Bausparten betreffe und so für die Politik und die Wirtschaft das zentrale Thema der nächsten Jahrzehnte sein werde. So zeige sich schon heute am Beispiel des Bundesfernstraßenbaus, dass die Ausgaben für die Unterhaltung und den Ausbau diejenigen für den Neubau überstiegen.

Bauen im Bestand beschränke sich – so Bayer – also nicht nur auf den Straßenbau. Für jedermann erkennbar sei, dass in Deutschland das Straßen- und Schienennetz, das unterirdische Leitungsnetz einschließlich der Abwassersysteme, die Brücken, die Schleusen sowie öffentliche Gebäude wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser in weiten Teilen restaurierungs- bzw. sanierungsbedürftig seien. Hier müsse in den Bestand investiert werden, wie dies die Bauwirtschaft vergeblich seit Jahren fordere. Dabei sei die Bauwirtschaft durchaus bereit, den leeren Haushaltskassen durch Beschreiten neuer Wege Rechnung zu tragen, wie dies an den PPP-Modellen deutlich werde. Aber auch durch den Einsatz innovativer Techniken übernehme die Bauwirtschaft ihren Part bei der Bewältigung der anstehenden Probleme.

Referenten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung stellten weitere Aspekte im Rahmen des Tagungsthemas in Vorträgen und Diskussionen vor, insbesondere wird im Einzelnen: „Besondere Anforderungen des öffentlichen Baurechts/Vergünstigungen und Risiken“, „Baubetriebliche Besonderheiten“, „Vergaberechtliche Anforderungen“ und „Haftpflichtschäden und Pflichten des Versicherungsnehmers beim Bauen im Bestand“. Aber auch „Wirtschaftlichkeitsberechnung und weitere kaufmännische Aspekte“, „Business-Improvement – Districts“ sowie die „Gestaltung von Bauverträgen“ und die „Besonderheiten bei Architekten- und Ingenieurverträgen“ standen auf dem Tagungsprogramm. Des Weiteren wurde auf den Wohnungsunternehmer unter dem Aspekt „Nachhaltige Erneuerung aus Sicht eines Wohnungsunternehmers“ und auf die Eigentümer/Vermieter mit dem Vortrag „Vermieter und Eigentümergemeinschaft in der Sanierung“ eingegangen. Abschließend steuerte der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Niedersächsischen Landtag, Hermann Dinkla, mit seinem Vortrag „Auswirkungen der demographischen Entwicklung für den Wohnungsbau und Infrastruktur“ zum Erfolg der Veranstaltung bei.

Bachelor muss zum Beruf des Bauingenieurs befähigen

(brb).- Wer den Studienabschluss des Bachelors im Bauingenieurwesen erwirbt, muss eine Grundlagen- und Fachausbildung von sechs Semestern absolviert haben, zwingend ergänzt durch eine ausreichende Praktikumszeit und eine dreimonatige Bachelor-Arbeit. Andernfalls befähigt der Abschluss nicht zum Beruf des Bauingenieurs; ein Sprecher der Deutschen Bauindustrie erklärte, die Deutsche Bauindustrie unterstütze damit die Empfehlungen des Konvents für Technikwissenschaften der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften (acatech) zu Bachelor- und Masterstudiengängen in den Ingenieurwissenschaften, der diese Mindestanforderungen für den Bachelor formuliert hatte.

ADAC: Große Finanzlücke über Bundesfernstraßen

(brb).- Nach Berechnung des ADAC muss das bestehende Autobahnnetz bis zum Jahr 2020 auf rund 3.300 Kilometern ausgebaut und um rund 2.400 Kilometer ergänzt werden. Darüber hinaus müssten in den nächsten 10 Jahren 40 Prozent der Fahrbahndecken von Autobahnen erneuert werden. Um diesen Bedarf der Bundesfernstraßen realisieren zu können, werden jährlich rund 7 Milliarden Euro benötigt. Tatsächlich fehlen dem Verkehrshaushalt aber mehrere Milliarden Euro. Es ergibt sich eine Finanzierungslücke in der vor kurzem verabschiedeten Finanzplanung des Bundes von rund 2,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Ifo in Kürze

(brb).- Mai 2006: alte Bundesländer

•  Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten 6 Monte sind günstiger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr:
•  Der Anteil der Firmen mit nichtkostendeckenden Preisen lag im Mai bei 38 Prozent (Mai 05: 57 Prozent):
•  Die Reichweite der Auftragsbestände blieb im Mai auf 2,8 Monate auf Vormonatsniveau (Mai 05: 2,4).
•  14 Prozent der Firmen planen in den nächsten 3 Monaten Arbeitsplätze abzubauen, im Vorjahresmonat waren es 26 Prozent (April 06: 13 Prozent).

Mai 2006: neue Bundesländer

•  Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten 6 Monate haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert.
•  Nichtkostendeckende Preise haben im Mai 36 Prozent der Firmen gemeldet (Mai 05: 49 Prozent).
•  Die Reichweite der Auftragsbestände betrug im Mai 2,3 Monate (April 06: 2,3/Mai 05: 2,0).
•  6 Prozent der Firmen planen in den nächsten 3 Monaten einen Stellenabbau (April 06: 6 Prozent, Mai 05: 13 Prozent).

Der aktuelle Kommentar: Stimmung gut – Lage …?

(brb).- Nun ist es doch wieder richtig Sommer geworden. Sogar frist- und termingerecht, eigentlich wie zur Weltmeisterschaft bestellt. Das Fußballfest unter Sonne und blauem Himmel hat die Menschen in eine fröhliche, bisweilen sogar ausgelassene Stimmung versetzt. Sie lässt einen beinahe vergessen, wie grau und wenig vergnüglich der Alltag nach wie vor für gewöhnlich ist. Warum nur kann es nicht immer so schön sein?

Es hat fast den Anschein, als habe die sommerlich-freundliche Heiterkeit auch ein wenig abgefärbt auf die Bauwirtschaft. Denn das bislang schier unverändert triste Geschäftsklima hat sich deutlich aufgehellt. Mittlerweile bezeichnet etwa jedes zweite Bauunternehmen hierzulande die Lage als zufriedenstellend oder gut. Dazu kommt, dass die Erwartungen in der Branche für die nahe Zukunft optimistisch sind und sich überhaupt nicht mehr vergleichen lassen mit dem tiefen Pessimismus vom Herbst, als noch nahezu jedes zweite Unternehmen mit einer Verschlechterung der Situation rechneten.

Die neue ungewohnte Stimmung ist ausgesprochen erfreulich. Aber es empfiehlt sich, daraus keine falschen Schlüsse zu ziehen. Denn ebenso wenig wie eine gelungene Fête am Hofe von König Fußball dauerhafte Arbeitsplätze schafft oder sichert, bedeutet eine günstige Baumarktbeurteilung und -entwicklung bereits auskömmliche Preise für die Unternehmen. Gar nicht erst zu reden von der schlechten Zahlungsmoral keineswegs nur mancher privater, sondern auch der öffentlichen Auftraggeber. Nur daran zu denken kann dem einen oder anderen die Stimmung gründlich vermiesen.

Jade Weser Port braucht leistungsfähige Schienenanbindung

(brb).- Der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen begrüßt als weiteren Schritt bei der Realisierung des Jade Weser Ports die Entscheidung über die Betreibergesellschaft. Der Verband setzt sich dafür ein, dass der neue große Containerhafen an eine leistungsfähige Schienenverbindung angebunden wird. Der Bundesverkehrswegeplan 2003 sieht den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven für 120 Stundenkilometer nur als neues Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan vor, mit dem noch nicht begonnen worden ist. Eine leistungsfähige Schienenverbindung des Hafens habe höchste Priorität, so die Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Prof. Michael Sommer und RA Dr. jur. Wolfgang Bayer. Die Deutsche Bahn AG und das Land Niedersachsen seien bereits in der Planungsphase. So habe die DB Netz AG mit der Jade Weser Port Realisierungsgesellschaft im Jahre 2005 eine Planungsvereinbarung über die Vorentwurfsplanung der Nordanbindung des Hafens abgeschlossen. Die Ergebnisse lägen seit Februar vor. Es sei nunmehr an der Zeit, dass sich die DB AG, das Land Niedersachsen und der Bund schnell auf eine Fortsetzung der Planungs- und Bauarbeiten verständigten.

Freie Fahrt für wichtige Eisenbahnprojekte

(brb).- Zwei wichtige Eisenbahnneubauprojekte in Niedersachsen kommen nicht voran, kritisiert der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen. Der Präsident des Verbandes, Prof. Dr.-Ing. Rolf Warmbold, weist darauf hin, dass der dreigleisige Ausbau der Strecke Stelle-Lüneburg im gültigen Bundesverkehrswegeplan 2003 unter den laufenden und fest disponierten Vorhaben des Schienenbereichs aufgeführt wird und auch im Konjunkturprogramm der alten Bundesregierung umgesetzt werden sollte, gleichwohl mit den Bauarbeiten aber immer noch nicht begonnen worden ist.

Dem Vernehmen nach soll erst die Beschlussfassung über den Bundeshaushalt 2006 im Juli dieses Jahres abgewartet werden, bevor eine Finanzierungszusage erfolgt. Prof. Warmbold reagiert mit Unverständnis auf die zeitliche Verzögerung bei der dringend und zeitnah erforderlichen Realisierung dieser Investitions-maßnahme. Wenn der Schienennahverkehr in der Metropolregion Hamburg und der Güterverkehr zum Hafen Hamburg reibungslos bewältigt werden sollen, dürfe es zu keinen weiteren Verzögerungen kommen. Präsident Warmbold forderte daher umgehend grünes Licht für diese wichtige Investition.

Auch der Bau des zweiten Gleises im Streckenabschnitt Hildesheim-Groß-Gleidingen ließe auf sich warten.


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