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Baurundblick

Nr. 4/2004
22. April 2004



In dieser Ausgabe u.a.

- DIHK-Umfrage zur Baukonjunktur: Regionale Unterschiede
- Gleisbau droht Absturz
- Der aktuelle Kommentar: Die Kassen sind leer
- Bauausgaben der Gebietskörperschaften 2003 weiter rückläufig


DIHK-Konjunkturumfrage im Februar 2004: Bauunternehmer sehen optimistischer in die Zukunft!

(brb).- Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Ergebnisse seiner Kon­junkturbefragung bei 81 Industrie- und Handelskammern in Deutschland in seiner Broschüre “Wirtschaftslage und Erwartungen” vorgelegt. Grundlage für die DIHK-Ergebnisse sind Befragungen bei über 25.000 Mitgliedsunternehmen durch die IHK`s, davon 1.750 aus der Bauwirtschaft. Nachfolgend werden die Ergebnisse einer Sonderauswertung für die Bauwirtschaft dargestellt:

Die deutschen Bauunternehmer sehen optimistischer in die Zukunft als noch vor einem Jahr. Die sich schon im Herbst letzten Jahres abzeichnenden Erholungstendenzen setzen sich unvermindert fort. So ist der Saldo der prozentualen “besser”- bzw. “schlechter”-Erwartungen um 2 Prozentpunkte auf - 27 Prozentpunkte gestiegen. Dieses Ergebnis wurde das letzte Mal im Februar 2001 erreicht. Die Beurteilung der aktuellen Lage hat sich allerdings - saisonbedingt - etwas verschlechtert. Dass der Rückgang des Lagesaldos mit 2 Prozentpunkten aber verhältnismäßig moderat ausfällt, ist - neben des leichten Booms im Wohnungsbau aufgrund der Änderung der Eigenheimzulage - wohl auch auf den milden Winter zurückzuführen. So geben nur 29 Prozent (39 Prozent) der vom ifo-Institut befragten westdeutschen (ostdeutschen) Bauunternehmen im Januar eine witterungsbedingte Behinderung der Bautätigkeit an. Im Vergleich zu 42 Prozent (68 Prozent) im Januar des letzten Jahres.

Das Lageurteil der Bauwirtschaft zeigt sich zu Jahresbeginn 2004 - nach der Aufhellung im Herbst 2003 - um 2 Prozentpunkte leicht verschlechtert. Zwar federt der vergleichsweise milde Winter die insgesamt schlechte Geschäftssituation bei etlichen Bauunternehmen etwas ab; jedoch leidet die Bauwirtschaft auch zu Jahresbeginn 2004 unter den knappen öffentlichen Kassen und der allgemeinen Investitionszurückhaltung der Unternehmen. Das kann auch der kontinuierliche Anstieg des baugewerblichen Umsatzes im Wohnungsbau seit September 2003 - aufgrund der Änderung der Eigenheimzulage - nicht ausgleichen.

Mit einem Saldo der prozentualen “gut”- bzw. “schlecht”-Meldungen von - 33 Prozentpunkten beeinflussen die Bauunternehmen die - im Gegensatz zur Bauwirtschaft - überdurchschnittliche Besserung der Lagebeurteilung aller übrigen Wirtschaftszweige negativ. Über alle Wirtschaftszweige ergibt sich ein Lagesaldo von - 8 Prozentpunkten.

Die überproportionale Verbesserung der Lagebeurteilung der süddeutschen Bauunter­nehmen im Herbst letzten Jahres hat sich als vorübergehend herausgestellt. Die Erwar­tungen auf zusätzliche Aufträge in Folge der Diskussion um ein Ende der Eigenheimzulage hat sich nicht im erhofften Ausmaß erfüllt; die Lageverschlechterung gegenüber Herbst fällt weit überdurchschnittlich aus. Demgegenüber bewerten die norddeutschen Bauunternehmen ihre Geschäftslage wesentlich positiver als noch im Oktober letzten Jahres. Der Lagesaldo nimmt um 10 Prozentpunkte zu - allerdings ausgehend von einem äußert negativen Niveau.

Die obligatorische Verschlechterung der Geschäftserwartungen im Februar (im Vergleich zum Herbst) fällt in diesem Jahr aus. Im Gegenteil: Die sich schon im Herbst des letzten Jahres abzeichnende Erholung setzt sich weiter fort. So konnte die damalige Verbesserung des Saldos der “besser”- bzw. “schlechter”-Meldungen der Bauunternehmen um 17 Prozentpunkte um weitere 2 Prozentpunkte gesteigert werden. Im Vergleich zu den übrigen Wirtschaftszweigen schneidet der Bau aber weiterhin schlecht ab. Bis auf den Handel mit einem Negativsaldo von - 3 Prozentpunkten weisen alle anderen Wirtschaftszweige ein - sogar zweistelliges - Plus auf.

Die Aufhellung der Geschäftserwartungen fällt allerdings regional unterschiedlich aus. So leidet die Baubranche im Osten Deutschlands offenbar stärker als anderswo unter der inländischen Nachfrageflaute. Der Erwartungssaldo verbesserte sich zwar sowohl binnen Jahresfrist als auch gegenüber Herbst 2003 - aber unter allen Wirtschaftsregionen am geringsten. Für das Erwartungsbild der Bauwirtschaft sind der weitere Abbau vereinigungsbedingter Überkapazitäten sowie das Auslaufen des Sondereffektes “Beseitigung der Flutschäden” ursächlich. Auch scheinen die ostdeutschen Bauunternehmen nicht zu erwarten, dass sich die im Vergleich zu Westdeutschland bessere konjunkturelle Entwicklung des letzten Jahres fortsetzt. So weisen die ostdeutschen Betriebe in der zweiten Jahreshälfte 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg des baugewerblichen Umsatzes von 3,1 Prozent auf. Im Gegensatz zu - 1,6 Prozent in Westdeutschland.

Die Aufhellung der Geschäftserwartungen wirkt sich auch auf die Investitionsneigung der Bauunternehmer aus: Der Saldo der “höher”- bzw. “geringere”-Meldungen verbessert sich um 4 Prozentpunkte auf - 39 Prozentpunkte. Im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft mit einem Saldo von - 12 Prozentpunkten bleiben die Bauunternehmen aber vorsichtiger. Schlechte Aussichten beim Wirtschaftsbau und die prekäre Haushaltssituation der öffentlichen Auftraggeber lassen keine Zuversicht aufkommen, dass die Krise am Bau zu einem baldigen Ende kommt. Wenig verwunderlich ist daher, dass nur 7 Prozent der befragten Bauunternehmen eine Ausweitung der Investitionstätigkeit im Jahr 2004 beabsichtigt. Im Gegensatz zu 19 Prozent in der Gesamtwirtschaft. Fast die Hälfte der Unternehmen des Bausektors will hingegen die Investitions­budgets weiter abschmelzen.

Auf sehr niedrigem Niveau melden die Bauunternehmer Norddeutschlands eine deutliche Verbesserung ihrer Investitionspläne. Der Saldo bleibt trotz des Zuwachses von 10 Prozentpunkten gegenüber Herbst mit - 44 Prozentpunkten jedoch immer noch klar hinter dem Bundesergebnis zurück. Auf Bundesdurchschnitt liegen hingegen die ostdeutschen Bauunternehmen. Sehr wenig investitionsgeneigt äußert sich die süddeutsche Bauindustrie: Mit einem Saldenwert von - 42 Prozentpunkten bleibt sie hinter den Investitionsplänen der gesamtdeutschen Baubranche zurück. Demgegenüber haben die westdeutschen Bauunternehmen ihre Investitionsplanungen auf Saldenwerte verbessert, die besser als im gesamten Bundesgebiet ausfallen.

Die Bauwirtschaft trägt auch in diesem Jahr nicht zu einer Belebung des Arbeitsmarktes bei. Die Stimmung am Bau hat sich zwar weiter verbessert; der “Stimmungsaufschwung” schlägt sich jedoch noch nicht in den Auftragsbüchern nieder. Der Saldo der Beschäftigungs­planungen in der Bauwirtschaft verharrt mit - 42 Prozentpunkten auf Herbstniveau.

Die Bauwirtschaft im Norden verbessert ihre Personalplanungen zwar deutlich um 6 Prozentpunkte, nach dem heftigen Einbruch im Herbst 2003 allerdings auf sehr niedrigem Niveau; der Saldo erreicht nun - 52 Prozentpunkte. Der süddeutsche Bau verbessert seine Beschäf­tigungsabsichten leicht - der Minussaldo liegt nun bei 38 Prozentpunkten. Wieder schlechter schätzt das westdeutsche Baugewerbe seine Personalentwicklung für 2004 ein: Der Beschäftigungssaldo vermindert sich im Vergleich zur Vorumfrage um 3 Prozentpunkte auf - 41 Prozentpunkte.

Vorbildliche Bauwirtschaft

(brb).- Inzwischen bröckelt auch in der Regierungskoalition die Front derer, die eine gesetzliche Ausbildungsplatzabgabe fordern, merklich. Wenn gleich das von den Befürwortern verfolgte Ziel der Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen und damit der Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit löblich ist, so ist doch daran typisch, dass wieder einmal mit staatlichen Zwangsmaßnahmen versucht wird, aus allen Bürgern respektive Unternehmern „Gutmenschen“ zu machen. Es mag sein, dass einige Betriebe vor dem - auch finanziellen - Aufwand der Ausbildung zurückschrecken und dabei aus den Augen verlieren, dass die deutsche Wirtschaft, um langfristig konkurrenzfähig zu sein, qualifizierten Nachwuchses bedarf. Aber auch die Gewerkschaften, die lauthals eine Ausbildungsplatzabgabe fordern und die Unternehmen ständig an ihre Verantwortung erinnern, tragen einen maßgeblichen Anteil an der derzeitigen Situation: Unser Land hat Zeiten erlebt, in denen der Lehrling seinem Ausbildungsbetrieb für dessen Ausbildungsleistung Lehrgeld zahlen musste. Eine deutliche Senkung der Ausbildungsvergütungen würde sicherlich dazu beitragen, dass mehr Betriebe zur Ausbildung bereit sind.

Immer wieder wird von Seiten der Regierung betont, eine gesetzliche Regelung der Ausbildungsplatzabgabe werde nicht eingeführt, wenn die Wirtschaft durch freiwillige Lösungen für ausreichend Arbeitsplätze sorge. Die gesamte deutsche Wirtschaft könnte sich diesbezüglich ein Beispiel an der Baubranche nehmen: Hier regelt seit über fünfzehn Jahren ein Tarifvertrag die Ausbildung. Das Prinzip ist ganz einfach: In der Bauwirtschaft hat man früh erkannt, dass die betriebliche Ausbildung eine Belastung für die ausbildenden Betriebe darstellt, andererseits aber die gesamte Branche auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen ist. Zumindest die finanziellen Lasten der Ausbildung werden hier geteilt: Alle Betriebe zahlen eine von ihrer Bruttolohnsumme abhängige Umlage, mit der wiederum den ausbildenden Betrieben die Ausbildungsvergütung und auch die von den Betrieben getragenen Kosten der überbetrieblichen Ausbildungszentren der Bauwirtschaft in im Tarifvertrag festgelegter Höhe erstattet werden. Nur so ist es zu erklären, dass in der Baubranche die Ausbildungsquote auch heute, im achten Jahr der Baukrise, in der seit 1995 die Hälfte der Arbeitsplätze am Bau verloren gegen ist, vergleichsweise hoch ist.

Die Bauwirtschaft in Westdeutschland im März 2004

(brb).- Nach den Ergebnissen des jüngsten ifo Konjunkturtests hat sich das Geschäftsklima im westdeutschen Bauhauptgewerbe im März verbessert. Dabei fielen die Urteile der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslade so „gut“ aus wie letztmals vor zweieinhalb Jahren; die Skepsis hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung blieb jedoch weitgehend bestehen. Die Bauproduktion belebte sich. Mit 63 Prozent (saison- und witterungsbereinigt) war der Ausnutzungsgrad der Gerätekapazitäten sowohl um 3 Prozentpunkte größer als im Vormonat als auch in der vergleichbaren Zeit des Vorjahres. Trotz einer leichten Erhöhung der Auftragsbestände auf 2,3 Monate (saison- und witterungsbereinigt) wurde das Volumen vom Vorjahr (2,4 Monate) nicht erreicht. 60 Prozent der Unternehmen waren daher weiterhin mit ihrer Auftragslage unzufrieden.

Den Firmenangaben zufolge waren die Preise noch etwas unter Druck. Nach den Meldungen der Unternehmen dürfte es in den kommenden Monaten aber zu Preisanhebungen kommen. Die Beschäftigtensituation wird sich kaum verbessern: 41 Prozent der Unternehmen planten eine Verringerung der Zahl der Mitarbeiter (März 2003: 45 Prozent). Der Krankenstand hat sich - nach einem Tiefpunkt im Januar 2004 - leicht erhöht (4,9 nach 4,6 Prozent).

Nach den Ergebnissen einer Sonderfrage hatten 29 Prozent der Unternehmen (März 2003: 31 Prozent) genügend Aufträge und eine entsprechende Ausrüstung, um im Winter 2003/2004 (Winter 2002/2003) - mit Ausnahme der behördlich anerkannten Schlechtwettertage - mit voller Belegschaft durcharbeiten zu können. Bei den übrigen Firmen ergab sich die Notwendigkeit für Entlassungen/Kurzarbeit überwiegend (92 Prozent) aus Mangel an Aufträgen und nur zu rund 8 Prozent aus baubetrieblichen Gründen.

Gleisbau droht Absturz

(brb).- Die Unternehmen des Eisenbahnoberbaus in Norddeutschland müssen mit einem deutlichen Auftragsrückgang in diesem Jahr rechnen. Darauf wies Prof. Michael Sommer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen, auf der Mitgliederversammlung der Regionalen Fachabteilung Eisenbahnoberbau am 2. März in Schwerin hin. Während für den Oberbau in Norddeutschland im Jahre 2003 noch 300 Millionen Euro zur Verfügung standen, wird dieser Bereich aufgrund der insgesamt zurückgehenden Zuweisungen des Bundes an die DB AG und aufgrund der stärkeren Dotierung anderer Regionen deutlich weniger erhalten und auf ca. 150 Millionen Euro zurückgehen.

Sommer betonte die Bedeutung der bedarfsgerechten Erhaltung und des Ausbaus der Schieneninfrastruktur für die Volkswirtschaft und die Mobilität der Bürger. Er forderte die Politik auf, den Investitionen wieder Vorrang einzuräumen und dafür mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Sonst seien Unternehmen und viele Arbeitsplätze im Eisenbahnoberbau gefährdet.

Der aktuelle Kommentar:

Die Kassen sind leer

(brb).- Die Kämmerer unserer Städte gleichen jenem Mann, dem nach einer Redensart einfach deshalb niemand in die Tasche fassen kann, weil er nackt ist. Der Zwang der Verhältnisse und nicht etwa Verschwendungssucht hat bewirkt, dass die Kassen in den Rathäusern leer sind und sich die Kommunen notgedrungen über die Maßen verschuldet haben. Mittlerweile haben sie in der Regel sogar unabweisbare laufende Ausgaben mit teuren Überziehungskrediten zu finanzieren, weil nichts mehr auf ihren Konten ist. Das ist ein unhaltbarer Zustand, der nicht zuletzt aus wirtschaftspolitischen Gründen beseitigt werden muss.

Denn die Kommunen sind einer der wichtigen Investoren in Deutschland. Aber ihre Investitionshaushalte sind geschrumpft, seit den Kämmerern die Puste ausgegangen ist. Obgleich der Investitionsbedarf groß ist und immer größer wird, werden kaum mehr neue Vorhaben angefangen. Weil hinten und vorn das Geld fehlt, unterbleiben sogar solche Investitionen, die sich gar nicht länger aufschieben lassen. Unter dieser Investitionsschwäche hat auf den ersten Blick vor allem die Bauwirtschaft als verlässlicher Partner der Kommunen beim Bau und bei der Erneuerung ihrer Straßen und Kanalsysteme, ihrer Schulen und Krankenhäuser, ihrer Kindergärten und Altenheime zu leiden. Doch ein zweiter Blick zeigt, über die Bauindustrie, ihre Unternehmen und ihre Beschäftigten hinaus ist die gesamte Wirtschaft von der Finanznot der Städte und Gemeinden in Mitleidenschaft gezogen.

Deutschland steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die ihre Ursache in den vielfältig miteinander verwobenen konjunkturellen und ungelösten strukturellen Problemen hat. Ein vielversprechender Anfang zur Bewältigung der für die Stabilität unserer Gesellschaft bedrohlichen Krise wäre gemacht, wenn die Politik mit einer wirksamen Finanzreform den Kommunen endlich wieder ihren früheren Handlungs- und Entscheidungsspielraum verschaffte. Es klingt so einfach, und es ist sogar einfach: Wenn Städte und Gemeinden erst wieder investieren können, dann wird die Bauwirtschaft erneut zum Konjunkturmotor. Der ist bislang stets angesprungen, kam jedes mal rasch auf Touren und hat noch immer andere Branchen mitgezogen. Es muss doch noch den einen oder anderen in den zuständigen Parlamentausschüssen und Ministerien geben, der das noch in guter Erinnerung und nicht vergessen hat.

Große Städte bleiben hoch verschuldet

(brb).- Nur fünf der 19 größeren Städte in Niedersachsen werden in diesem Jahr ausgeglichene Verwaltungshaushalte vorlegen können. Nach einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler sind das Braunschweig, Emden, Garbsen, Lingen und Wolfsburg. Ende 2003 waren die höchsten Schulden pro Einwohner in den Städten Hannover (2973 Euro), Göttingen (2705 Euro) und Salzgitter (2637 Euro) zu verzeichnen. Am niedrigsten waren sie in Garbsen mit 614 Euro je Einwohner, Wilhelmshaven (993 Euro) und in Nordhorn (1068 Euro). Insgesamt haben sich nach der Berechnung des Steuerzahlerbundes die Schulden der kommunalen Betriebe und vor allem die enorm gewachsenen Kassenkredite um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Ursache sind vorwiegend die Kassenkredite, die allein um 30 Prozent gewachsen sind. Rund ein Viertel aller Schulden der großen Städte in Niedersachsen waren 2003 von diesen Überziehungskrediten bestimmt. In Cuxhaven betrug dieser Anteil sogar 75 Prozent, in Göttingen, Hildesheim, Lüneburg und Salzgitter machten sie die Hälfte der Gesamtschulden aus und in Oldenburg immer noch 43 Prozent. Demgegenüber stiegen die Kämmereischulden nur um 1,9 Prozent; die Schulden der kommunalen Betriebe gingen sogar um 2,4 Prozent zurück. Nur drei Städte konnten ihre Schulden in 2003 zurückführen: Garbsen um 5,5 Prozent, Braunschweig um 3,6 Prozent und Osnabrück um 2,5 Prozent. Die höchsten Zuwächse wurden in Wolfsburg (+42,6 Prozent) festgestellt. Hohe Werte wurden auch in Lüneburg (+ 30 Prozent auf 2235 Euro pro Kopf), in Emden (+ 19,3 Prozent auf 1341 Euro) und in Oldenburg (+12,2 Prozent auf 1492 Euro) verzeichnet. Der Steuerzahlerbund hat sich auch die Haushaltsplanungen für 2004 angesehen. Danach findet sich die größte jahresbezogene Finanzierungslücke in Cuxhaven mit 487 Euro pro Einwohner; es folgen Salzgitter mit 453 Euro und Hildesheim mit 350 Euro. Insgesamt werden in den niedersächsischen Städten die strukturellen jahresbezogenen Defizite um 23,2 Prozent gegenüber 2003 anwachsen.

Bauausgaben der Gebietskörperschaften 2003 weiter rückläufig

(brb).- Mit einem Volumen von 27,3 Milliarden EUR gaben die Gebietskörperschaften in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2003 3,4 Prozent weniger für Baumaßnahmen aus als im Vorjahresvergleich. Das Minus ist zurückzuführen auf Rückgänge beim Bund (minus 1,1 Prozent) und bei den westdeutschen Ländern (minus 2,7 Prozent) und Gemeinden (minus 6,7 Prozent). Die ostdeutschen Länder und Gemeinden konnten hingegen Zuwächse verzeichnen von 5,8 bzw. 0,5 Prozent. Dies ist allerdings ausschließlich auf die Fluthilfemaßnahme in Sachsen zurückzuführen. Für den Straßenbau gaben Bund, Länder und Gemeinden mit 9,97 Milliarden EUR 4,2 Prozent weniger aus als 2002.

Für das Bundesland Niedersachsen stellen sich die Werte wie folgt dar:

- Die Ausgaben des Landes für Baumaßnahmen nach der Kassenstatistik beliefen sich auf 298 Millionen EUR und lagen damit um 5,6 Prozent über dem Vorjahr. Dagegen haben die Gemeinden in Niedersachsen mit 1,259 Milliarden EUR 7,6 Prozent weniger für Baumaßnahmen ausgegeben.
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- Die Ausgaben des Landes für den Straßenbau nach der Kassenstatistik beliefen sich auf 53 Millionen EUR (plus 5,8 Prozent); die Ausgaben der Gemeinden stiegen um 5,1 Prozent auf 498 Millionen EUR.


Verband der Bauindustrie für Niedersachsen setzt Ausstellungsreihe fort

(brb).- Mit Bildern der hannoverschen Malerin Marion Sommerschuh setzt der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen seine Ausstellungsreihe im Haus der Bauindustrie in Hannover fort.

Die in Mainz geborene Marion Sommerschuh besuchte Aquarellkurse im Mainzer Fort Malakoff bei dem Maler und Bildhauer Toni Brüchert. Danach bildete sie sich erfolgreich autodidaktisch weiter. Der Aquarellmalerei ist sie bis heute treu geblieben. Klare Linien und dick aufgetragene Farben in Rot, Blau, Grün und Gelb kennzeichnen ihren in dieser Form neuen und vor allem eigenen unverkennbaren Malstil. Jedes ihrer Bilder ist aufgeteilt in einzelne Felder, zusammengesetzt ist im Gesamten die Einheit jedoch ersichtlich. Immer wieder kommen Toscana-Landschaften, Masken und rote Vorhänge, die etwas zu verbergen scheinen, in ihren Bildern vor.

In vielen Einzelausstellungen konnte Marion Sommerschuh ihre Bilder einem kunstinteressierten Publikum zeigen. Die Ausstellung im Haus der Bauindustrie, Eichstraße 19, 30161 Hannover, ist der Öffentlichkeit zugänglich.

KURZ NOTIERT

(brb).- Im März 2004 sank die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen in den alten Bundesländern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent auf 155.222. Die Zahl der Kurzarbeiter im Baugewerbe betrug 33.129. Das waren 7,1 Prozent weniger als im März 2003.

Die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen in den neuen Bundesländern betrug im März 2004 176.856. Sie lag damit um 4,2 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Die Zahl der Kurzarbeiter im Baugewerbe fiel im Vorjahrsvergleich um 8,5 Prozent auf 8.872.

(brb).- Im Jahr 2003 wurden in den alten Bundesländern 2.846 Insolvenzen im Bauhauptgewerbe registriert. Das waren 4,0 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahr. In den neuen Bundesländern betrug die Zahl der Insolvenzen im Jahr 2003 im Bauhauptgewerbe 1.411. Das entspricht einem Rückgang von 24,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


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