Nr. 4/2003
24. April 2003
In dieser Ausgabe u.a.
- Konjunkturelle Entwicklung im Wohnungsbau
- Das aktuelle Interview mit Bauverbandspräsident Michael
Munte
- Rückgang im Wohnungsbau
- Studentenstatistik Bauingenieurwesen 2001/2002
- Totalerhebung im Bauhauptgewerbe 2002
- Der aktuelle Kommentar: Standortwahl
Konjunkturelle Entwicklung im Wohnungsbau
(brb)-. Bis 1999 stabilisierte der Wohnungsbau in Deutschland noch die baukonjunkturelle Entwicklung; entgegen dem Trend im Wirtschaftsbau und im Öffentlichen Bau legten die Wohnungsbauinvestitionen von 1994 bis 1999 preisbereinigt noch leicht zu. Seitdem ist allerdings der Rückgang in dieser Sparte stärker ausgeprägt als im Nichtwohnbau. Allein in den letzten drei Jahren gingen die Investitionen in Wohnbauten preisbereinigt um 15 Prozent zurück.
Im Unterschied zu den Bauinvestitionen umfasst das Wohnungsbauvolumen nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung Berlin zusätzlich noch die „nichtwerterhöhenden“ Reparaturen im Wohnungsbestand. Zudem liefert die Bauvolumenberechnung differenzierte Zahlen zum Neubauvolumen bzw. zum Umfang von Modernisierung und Instandsetzung.
Dabei zeigt sich, dass die bis Ende der 90er Jahre stabile Wohnungsbaukonjunktur vor allem von den zulegenden Maßnahmen im Bestand geprägt war, von denen das Bauhauptgewerbe nur eingeschränkt profitierte. Während nach der Hochrechnung des DIW vom September 2002 die Bestandsmaßnahmen im vergangenen Jahr real um 19 Prozent über dem Niveau des Jahres 1995 lagen, war die Neubautätigkeit im gleichen Zeitraum um 38 Prozent rückläufig. Mit einem Anteil von nahezu 62 Prozent dominieren mittlerweile die Bestandsmaßnahmen die Wohnungsbautätigkeit.
Wohnungsbauvolumen zu Preisen von 1995, in Mrd. Euro |
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1995 |
1996 |
1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
2001 |
2002* |
Neubau-volumen |
86,9 |
83,2 |
83,4 |
80,1 |
77,9 |
71,5 |
59,2 |
53,8 |
Bestands- maßnahmen |
73,2 |
74,4 |
73,2 |
77,0 |
80,1 |
82,1 |
85,1 |
87,2 |
Wohnungs-bauvolumen |
160,1 |
157,6 |
156,6 |
157,1 |
158,0 |
153,6 |
144,3 |
141,0 |
*Prognose des DIW
Diese unterschiedliche Entwicklung hatte entsprechende Auswirkungen auf die Baupreise. Auf der Basis 1995 = 100 lag im Durchschnitt des Jahres 2002 der Preisindex für die Instandhaltungsmaßnahmen in Wohngebäuden bei 104,5. Für Neubauten von Wohngebäuden sank der Preisindex hingegen auf 97,7; für die vom Bauhauptgewerbe erbrachten Rohbauarbeiten sogar auf 92,7.
Das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn geht in seiner Studie im Auftrag des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie „Die Zukunft der Bauwirtschaft in Deutschland“ davon aus, dass der Neubauanteil an der gesamten Wohnungsbautätigkeit bis zum Jahr 2010 weiter zurückgehen wird. Dies wird zum einen auf die demografische Entwicklung zurückgeführt; während in den 90er Jahren durchschnittlich 287.000 private Haushalte in Deutschland pro Jahr neu gegründet wurden, sollen es in der laufenden Dekade lediglich 87.000 sein. Dagegen führen die Erhaltung des vorhandenen Bestandes (die Hälfte der Wohnungen sind älter als 50 Jahre) und dessen Anpassung an veränderte qualitative Wohnansprüche zu einer verstärkten Bestandstätigkeit.
Nach Berechnungen des IWG liegt in den Jahren 2001 bis 2010 der Bedarf an
fertiggestellten Wohnungen in Deutschland je nach Ausmaß der Zuwanderung
zwischen 332.000 und 380.000 pro Jahr. In den Jahren 2002 (Schätzung:
275.000 Wohnungen) und 2003 (Prognose: 250.000 Wohnungen) wird dieser Bedarf
allerdings erheblich unterschritten.
Studentenstatistik Bauingenieurwesen 2001/2002:
(brb).- Die Nachwuchsrekrutierung im Bereich Bauingenieurwesen steht an einem Scheidepunkt. Erstmals seit Erhebung einer aussagekräftigen Studentenstatistik gibt es weniger Studienanfänger als Absolventen in der Studienrichtung Bauingenieurwesen. Damit kann die Branche definitiv ihren Bedarf an Jungingenieuren in den kommenden Jahren nicht mehr decken.
Da trotz der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation in der Bauwirtschaft der Bedarf an qualifiziertem Führungspersonal hoch bleibe, muss in etwa vier Jahren mit einem eklatanten Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften gerechnet werden. Eine weitere Verschärfung der Lage sei durch die ungünstige demografische Entwicklung zu erwarten.
Laut Studentenstatistik ist die Zahl der Erstsemester an wissenschaftlichen Hochschulen (Technischen Universitäten oder Universitäten) und Gesamthochschulen im akademischen Jahr 2001/2002 um rund 20 Prozent auf 1661 bzw. 384 gesunken. Fachhochschulen hingegen hatten "nur" ein Minus von 7 Prozent, und damit einen Rückgang auf 3894 zu verzeichnen. Damit hat sich die Zahl der Studienanfänger gegenüber dem Spitzenjahr 1994 quasi halbiert.
Gleichzeitig gab es erstmals seit 1994 weniger Studienabsolventen. Im akademischen
Jahr 2001/2002 standen den 6.012 Studienabsolventen nur noch 5.900 Studienanfänger
gegenüber. Alle qualifizierten Absolventen, zumal mit Fremdsprachen- oder
betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, konnten unmittelbar in Arbeitsverhältnisse übernommen
werden. Blieben die Studienabbrecherzahlen bei etwa 50 Prozent, so stünden
in wenigen Jahren einem Bedarf von etwa 5.000 Jungingenieuren nur ca. 3.200
Absolventen gegenüber. Als positiver Trend zeichnet sich zurzeit nur der
konstant gebliebene Anteil der weiblichen Studierenden im Bauingenieurwesen
ab. Er liegt unverändert bei rund 20 Prozent. Damit ist der Frauenanteil
im Bauingenieurwesen allerdings noch deutlich unter dem Durchschnitt aller
Studiengänge, der bei 45 Prozent liegt.
Das aktuelle Interview
Anlässlich der Mitgliederversammlung 2003 des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen sprach der Baurundblick mit dessen langjährigem Präsidenten, Michael Munte.
brb: Herr Munte, Sie werden nachher zu den Vertretern der Mitgliedsunternehmen Ihres Verbandes sprechen. Werden Sie denen im Rahmen Ihres konjunkturellen Ausblicks angesichts der derzeitigen Krise Hoffnungen für das Baujahr 2003 machen?
Munte: Leider kann ich schon seit Jahren kaum positives über die konjunkturelle Entwicklung berichten. Zu Beginn des Jahres 2002 hofften wir auf eine Belebung des Baumarktes. Diese Hoffnungen sind dann aber sehr schnell verflogen und am Ende des Jahres sind die Bauinvestitionen bundesweit, nachdem sie bereits im Jahre 2001 um 5,7 Prozent zurückgegangen sind auch im Jahre 2002 um 5,9 Prozent geschrumpft. Die Baukonjunktur hat sich dabei – und das beunruhigt mich – in den vergangenen Jahren von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt: Während das Bruttoinlandsprodukt von 1994 bis 2002 um real zwölf Prozent zugelegt hat, sind die Bauinvestitionen im gleichen Zeitraum um nahezu 19 Prozent zurückgegangen. Die deutsche Baukonjunktur ist auch Schlusslicht in Europa. Die Bauinvestitionen nahmen in vielen europäischen Staaten einen gänzlich anderen Verlauf als in Deutschland. Für das kommende Jahr erwarte ich keine konjunkturelle Belebung, jedoch eine Verlangsamung des Rückganges von Bauinvestitionen und –umsätzen. Eine genaue Prognose kann man derzeit aber wohl kaum wagen, solange noch nicht feststeht, ob und in welcher Form die vom Bundestag im so genannten Steuervergünstigungsabbaugesetz beschlossenen Maßnahmen in Kraft treten.
brb: Sie erwähnten soeben das Gesetzgebungspaket der Bundesregierung. Erwarten Sie hiervon große Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Bauwirtschaft?
Munte: Ja, das Gesetz betrifft uns sehr. Zum einen sind wir als Bauunternehmer
direkt von den in Aussicht genommenen Maßnahmen betroffen. So beispielsweise
von der Regelung zur Mindestbesteuerung von Unternehmen. Eine solche Beschränkung
der Verrechnung von Gewinnen mit Verlusten aus den Vorjahren wird dem spezifischen
Geschäftsverlauf der Baubranche nicht gerecht. In unserem Bereich ist
es typischerweise so, dass in lang laufenden Projekten zunächst Verluste
entstehen und erst im letzten Projektjahr Gewinne realisiert werden können.
Nach der geplanten Mindestbesteuerung wären selbst dann Steuern zu entrichten,
wenn ein Bauprojekt unter dem Strich Verluste einfahren würde, weil
eben mindestens die Hälfte der Gewinne des letzten Jahres zu versteuern
wären.
Der größte Schaden aber, - so glaube ich -, den dieses Gesetzgebungsvorhaben und die Diskussion darum angerichtet hat, ist die Verunsicherung der Investoren. Investitionen im Baubereich sind langfristige Anlageentscheidungen, für die nicht nur Vertrauen in dem Standort, sondern auch in die gesetzlichen Rahmenbedingungen erforderlich ist. Dieses Vertrauen wurde nachhaltig gestört.
brb: Von verschiedener Seite wurde kolportiert, die Bundesregierung wolle ein Investitionsprogramm auflegen, mit dem die Kommunen in die Lage versetzt werden sollen, dringend erforderliche Bauinvestitionen zu tätigen.
Munte: Festzuhalten ist zunächst, dass es im Bereich der Kommunen zahlreiche Bauprojekte in der öffentlichen Verkehrs- und Gebäudeinfrastruktur gibt, die dringend angegangen werden müssten, um eine ordnungsgemäße Instandhaltung und einen bedarfsgerechten Ausbau vorzunehmen, für die aber die öffentlichen Mittel fehlen. Festzuhalten ist weiterhin, dass die wirtschaftliche Lage der Kommunen erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Baukonjunktur hat: Die Kommunen sind mit ca. 60 Prozent nach wie vor die größten Auftraggeber der Bauwirtschaft im Bereich des öffentlichen Baues. Die Gemeinden sind zu einem erheblichen Teil auf Zuweisungen aus Bundes- und Landeshaushalten angewiesen sind. Angesichts der Wirtschaftskrise, in der wir uns derzeit befinden, würde ich mit Sicherheit keine Aufträge zurückweisen, die mit Hilfe eines solchen Konjunkturprogramms finanziert werden. Es bleibt aber festzuhalten, dass gerade der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen niemals ein solches Konjunkturprogramm gefordert hat, sondern schon seit langem darauf aufmerksam macht, dass eine durchgreifende Reform der Gemeindefinanzen erforderlich ist. Diese könnte die Finanzkraft der Kommunen langfristig sichern und damit auch langfristig den Ausbau und den Erhalt der öffentlichen Infrastruktur.
brb: Vor dem Hintergrund leerer öffentlicher Kassen wird über die private Finanzierung mancher öffentlicher Bauvorhaben gesprochen. Was halten Sie davon?
Munte: Die private Finanzierung öffentlicher Bauvorhaben ist schon seit
langem Thema des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen. Wir haben
schon vor Jahren eine Studie in Auftrag gegeben, die die Möglichkeiten
solcher privaten-öffentlichen Kooperationen sondierte. Angesichts der
leeren öffentlichen Kassen steigt nun auch das Interesse der Politik an
solchen Modellen. Erste Projekte in Niedersachsen werden bereits verwirklicht.
Aber es müssen noch Konzepte entwickelt werden, die es auch den Kommunen
ermöglicht, von solchen Finanzierungsmodellen in praktikabler Weise Gebrauch
zu machen. Das Ausland ist uns teilweise weit voraus in dieser Frage, so liegen
insbesondere Erfahrungsberichte aus Großbritannien vor. Aber nicht alles,
was von dort berichtet wird, sind nur Erfolge, so dass wir aufpassen müssen,
die dort gemachten Fehler hier nicht zu wiederholen. Ich sehe aber in der privaten-öffentlichen
Kooperation eine große Zukunft, die dazu verhelfen kann, als notwendig
erkannte Baumaßnahmen, die wegen mangelnder öffentlicher Mittel
nicht zeitgerecht umgesetzt werden können, im Interesse unseres Standortes
zu verwirklichen. Diese Möglichkeiten bestehen – wie gesagt – nicht
nur im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, sondern auch für den öffentlichen
Hochbau. Derzeit überlegen beispielsweise einige Städte, ob sie anstehende
Schulrenovierungen mit Hilfe privaten Kapitals finanzieren können.
Totalerhebung im Bauhauptgewerbe 2002
Das Statistische Bundesamt hat die wichtigsten Ergebnisse der einmal jährlich stattfindenden Totalerhebung im Bauhauptgewerbe (jeweils mit Stand Juni) vorgelegt. Das Wichtigste in Kürze:
Von 1995 bis 2002 ist der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe um 26 Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Betriebe um 6,3 Prozent auf 78.526 angestiegen. Davon entfallen 20.685 Betriebe auf Ostdeutschland, 40 Prozent mehr als 1995. Demgegenüber hat die Zahl der Betriebe in Westdeutschland um 2,1 Prozent auf 57.841 abgenommen. Den Höhepunkt hat die Zahl der Betriebe im Jahr 2000 mit 81.112 erreicht. Seitdem ist ein – allerdings leichter – Rückgang festzustellen.
Bei der Betrachtung dieser Zahlen stellt sich die Frage, ob der für die Branche notwendige Kapazitätsabbau überhaupt stattgefunden hat. Ein Blick auf die Gesamtzahl der Betriebe reicht zur Beantwortung der Frage nicht aus. Die Gesamtbetrachtung der Branche gibt Aufschluss: Während die Zahl der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im letzten Jahr um 44 Prozent unter dem Wert von 1995 lag, ist die Zahl der Kleinbetriebe unter 20 Beschäftigten um 21 Prozent angestiegen.
Dies ist u.a. auf den Rückgang der Zahl der Beschäftigten zurückzuführen (- 37 Prozent). Insbesondere die größeren Betriebe haben kräftig Personal abgebaut. So ging die Beschäftigtenzahl in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten um die Hälfte zurück. Demgegenüber beschäftigten die kleineren Betriebe letztes Jahr nur knapp 3 Prozent weniger als noch 1995. Diese Entwicklung führte zu einer “statistischen” Verschiebung der Betriebe in niedrigere Größenklassen. Im Segment der mittleren und großen Betriebe erfolgte also ein kräftiger Abbau der Kapazitäten, bei Kleinbetrieben wurden nur personelle Kapazitäten geringfügig reduziert, nicht aber die Zahl der Betriebe, d.h. der Anbieter.
Der Anstieg der absoluten Zahl der Betriebe ist allerdings auf Betriebszerlegungen oder Konkurse bei mittelständischen oder größeren Betrieben zurückzuführen. Nach wie vor machen sich viele ehemalige Angestellte - mangels Alternative - mit einem eigenen Bauunternehmen selbständig. Dies ist insbesondere in Ostdeutschland der Fall: Die Zahl der Kleinbetriebe hat sich verdoppelt (West: + 5,5 Prozent).
Die Betriebsstruktur in West- und Ostdeutschland hat sich 2002 weiter angeglichen. Lediglich der Beschäftigten- und der Umsatzanteil der Großunternehmen mit 200 und mehr Beschäftigten liegt in Westdeutschland mit 11,5 Prozent bzw. 16,6 Prozent über dem Ostniveau mit 8,8 Prozent bzw. 10,4 Prozent. Die mittelständischen Betriebe mit 20 bis 199 Beschäftigten haben dagegen ein stärkeres Gewicht in Ostdeutschland. Eine fortschreitende Angleichung ist auch bei der Zahl der Beschäftigten je Betrieb zu beobachten. In Westdeutschland betrug 2002 die durchschnittliche Betriebsgröße 11,5 (1995: 16,6); in Ostdeutschland waren es 11,2 Personen (1995: 30,6).
Standortwahl
(brb).- Ob die Niedersachsen eigentlich zum Jagen getragen werden wollen? Wie schwer haben sich die Hannoveraner anfangs doch mit der Expo 2000 getan, nachdem der Landeshauptstadt der hart erkämpfte Zuschlag für die einmalige Veranstaltung erteilt worden war. Die ewigen Bedenkenträger und die dauernd Mutlosen sahen ihre Stunde gekommen, und die Leute zwischen Ems und Heide hat das Ereignis seinerzeit praktisch unberührt gelassen, zunächst wenigstens. Klar, heutzutage weiß und sagt es jedermann: Schon die im Blick auf die Weltausstellung mit ungeheuren Investitionen rundum verbesserte Infrastruktur hat hierzulande, wo noch nie Milch und Honig allzu reichlich flossen, allen ihren Vorteil gebracht.
Da sind die Hamburger aus anderem Holz geschnitzt. Die vermeintlich s-turen (korrekt: s-turen) Hanses-tädter (korrekt: Hanses-tädter) begeistern sich geradezu für die Vors-tellung (korrekt: Vors-tellung), ihre Stadt könnte in neuen Jahren Austragungsort der Olympischen Sommerspiele werden. Sie unternehmen alles, um diese Chance zu nutzen, weil sie wissen, die Sache würde sich lohnen. Und die Mitbewerbe, das vom Schicksal gebeulte Leipzig mit seiner Sporttradition oder die noch immer gutstatuierte Mainmetropole Frankfurt, sehen es genauso und strengen sich deshalb ungeheuer an, um der Weltstadt im Norden vielleicht doch den Rang abzulaufen. Schließlich ist die Standortentscheidung bisher nicht gefallen.
Was für den Wettlauf um die Sommerspiele 2012 gilt, das ist selbstverständlich auch in anderen Bereichen notwendig. Die Wettbewerber, deren Zahl im Zeichen von EU-Osterweiterung und Globalisierung steigt und steigt, sind ausgesprochen munter, und derjenige, der die Hände im Schoss liegen lässt, wird garantiert abgehängt werden. Das bedeutet: Die weithin daniederliegende Wirtschaft hat sich mehr einfallen zu lassen statt nur auf bessere Zeiten zu warten. Die schlafmützigen Verwaltungen aller Ebenen müssen wieder leistungsfähig werden, am besten aus eigener Einsicht und nicht erst unter Druck. Die Politik darf nicht länger von der Hand in den Mund leben und die knappen Haushaltsmittel wie gewohnt recht und schlecht verteilen, sondern sie hat endlich die Innovationskraft zu entwickeln, die sie anderen ständig anempfiehlt. Niedersachsen könnte so stark sein, wenn es sich seiner Stärken bewusst würde.
Bei der Förderung des sozialen Wohnungsbaus (heute soziale Wohnraumförderung) stellt der Bund den Bundesländern Investitionsmittel zur Verfügung, die auf Länderebene in Förderprogramme umgesetzt werden. Zu unterscheiden ist hierbei nach dem:
- Verpflichtungsrahmen: Es handelt sich hierbei um Zusagen des Bundes für
zukünftig auszuzahlende Mittel; der Verpflichtungsrahmen bestimmt somit
spätere Förderjahrgänge.
- Barausgaben: Es handelt sich hierbei um die im Haushaltsjahr aus der Bundeskasse
abfließenden Mittel; die Höhe ist durch die Verpflichtungsrahmen
in den Vorjahren bestimmt.
Die Entwicklung der Barausgaben folgt den Veränderungen des Verpflichtungsrahmens jeweils mit einer Zeitverzögerung von einigen Jahren. Die Kürzung des jährlichen Verpflichtungsrahmens, die bereits 1994 eingesetzt hat, machte sich somit bei den Barausgaben erst ab 1997 bemerkbar.
Parallel zu dieser fortlaufenden Mittelkürzung ist auch die Zahl der geförderten Wohnungen seit ihrem Höhepunkt im Jahr 1994 (162.000) bis 2001 (39.300) auf nur noch ein Viertel zurückgegangen. Lag seinerzeit der Schwerpunkt der Förderungen (75 Prozent) bei den Mietwohnungen, so sind es mittlerweile (63 Prozent) die Eigentümerwohnungen, die überwiegen.
In der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes bis zum Jahr 2006 ist vorgesehen, den jährlichen Verpflichtungsrahmen auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestniveau von 230 Mio. Euro konstant zu halten. Nach Auslaufen der höheren Förderjahrgänge der Vergangenheit dürften etwa ab dem Haushaltsjahr 2005 auch die Barausgaben des Bundes auf dieses Niveau absinken.
Mit dem „Gesetz zur Reform des Wohnungsbaurechts“, das Anfang
2002 in Kraft getreten ist, wurde der soziale Wohnungsbau zur neuen sozialen
Wohnraumförderung entwickelt. Im alten Gesetz standen Mengeneffekte mit
dem Ziel im Vordergrund, breite Bevölkerungsschichten mit Wohnraum zu
versorgen. Nun geht es nicht mehr primär um den Neubau von Sozialwohnungen,
sondern um die gezielte Unterstützung von Haushalten, die auf Hilfe bei
der Wohnraumversorgung angewiesen sind. Dies soll vor allem unter stärkerer
Einbeziehung der Wohnungsbestände erreicht werden.
Bauausgaben der Gebietskörperschaften
(brb).- Bund, Länder und Kommunen gaben in den ersten drei Quartalen 2002 17,9 Mrd. Euro für Baumaßnahmen aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von nominal 4,1 Prozent. Den stärksten Einbruch verzeichnen die ostdeutschen Länder mit 14,8 Prozent.
Für den Straßenbau gaben alle Gebietskörperschaften 6.553
Mio. Euro aus. Der Anstieg von 0,8 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum
ist auf ein Plus beim Bund von 8,6 Prozent und bei den westdeutschen Ländern
von 7,6 Prozent zurückzuführen. Alle übrigen Gebietskörperschaften
weisen Rückgänge auf.
KURZ NOTIERT
Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe in den alten Bundesländern betrug im Januar 2003 2.206 Mill. EUR und lag damit real um 11,2 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.
In den neuen Bundesländern erreichte der Auftragseingang im Januar 2003 608 Mill. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang von real 3,9 Prozent.
Impressum
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Telefon (0511) 7 00 08 60
Telefax (0511) 7 00 86 86
ISDN (0511) 7 00 86 71
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Girozentrale
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Stadtsparkasse Hannover
Konto 547 646, BLZ 250 501 80
Amtsgericht Hannover HRB 55659
Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 178247194
Verantwortlich: Dr. Hans-Peter Sattler
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