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Baurundblick

Nr. 4/2002
25. April 2002


In dieser Ausgabe u.a.

- VERBAND DER BAUINDUSTRIE FORDERT UMDENKEN VON DER POLITIK
- DAS AKTUELLE INVERVIEW MIT BAUVERBANDSPRÄSIDENT MICHAEL MUNTE
- DER KOMMENTAR: KEINE WETTERBESSERUNG IN SICHT
- AKKREDITIERUNGSVERBUND FÜR STUDIENGÄNGE DES BAUWESENS GEGRÜNDET

Niedersächsische Bauindustrie fordert investitionsfreundliche Rahmenbedingungen

(brb).- Nur Reformen auf allen Ebenen und nicht ein weiteres Kurieren an Symptomen können den Abwärtstrend der Bauwirtschaft stoppen. Anlässlich der Bezirksversammlungen des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen brachte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Prof. Michael Sommer, mit diesen deutlichen Worten die Forderung der Bauwirtschaft nach investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen zum Ausdruck.

Der Staat müsse sich auf seine hoheitlichen Aufgaben konzentrieren und sich aus den Bereichen zurückziehen, in denen die Leistungen durch private Anbieter besser und wirtschaftlicher erledigt werden könnten. Nur so werde es gelingen, die konsumtiven Ausgaben des Staates zu reduzieren bzw. notwendige Mittel für investive Aufgaben freizusetzen. Damit könnten Bund, Länder und Gemeinden ihrer Verpflichtung zum Erhalt und Ausbau der öffentlichen Infrastruktur wieder nachkommen und inzwischen eingetretene gefährliche Defizite in den verschiedenen Sektoren abbauen.

Angegangen werden müsse auch das Problem der Schwarzarbeit und Korruption, so Sommer. Mit der Einführung der Bauabzugssteuer zum 1. Januar dieses Jahres habe die Bundesregierung den richtigen Weg eingeschlagen. Inakzeptabel sei jedoch der Entwurf des "Gesetzes zur Erleichterung der Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit". Die darin vorgesehene selbstschuldnerische Bürgenhaftung des Hauptunternehmers für Sozialversicherungsbeiträge seiner Subunternehmer stößt auf erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken. Sommer äußerte die Befürchtung, dass eine solche Regelung für deutsche Bauunternehmen gravierende Nachteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern bedeute.

Schon seit einigen Jahren habe die Bauwirtschaft immer wieder ihre Bereitschaft signalisiert, alles zu tun, um Recht und Ordnung auf dem deutschen Baumarkt wieder herbeizuführen. Sommer betonte, dass die Bauwirtschaft keinesfalls ein Wirtschaftszweig sei, in dem Korruption bei der Beschaffung von Bauaufträgen an der Tagesordnung ist.

Der Weg für einen fairen Wettbewerb führe nicht nur über neue Gesetze, so Sommer. Statt neue Hürden aufzubauen, sei es effektiver, auf bestehende Regelungen zurückzugreifen und diese effektiv zu nutzen. So müsse die VOB wieder zum Bollwerk gegen Korruption und wettbewerbsverzerrende Verhaltensweisen werden. In der schleichenden Aushöhlung und Missachtung der geltenden rechtlichen Regelungen bei Auftragsvergaben liege eine wesentliche Ursache für das Vordringen von Korruption. Die VOB sei nach wie vor Garant für einen fairen Wettbewerb und ein äußerst wirkungsvolles Instrument zur Bekämpfung von Korruption und wettbewerbswidrigem Verhalten.

Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen würden den falschen Weg beschreiten, wenn sie die VOB-Bindung für Kommunen zur Disposition stellten. Es sei ein Paradebeispiel öffentlicher Scheinheiligkeit, wenn die Politik auf der einen Seite fordere, die Auftragnehmer müssten alle gesetzlichen und vertraglichen Regelungen am Baumarkt einhalten, auf der anderen Seite aber meine, durch den Verzicht auf die VOB Bauleistungen zu noch billigeren Preisen erhalten zu können.

Die Bauwirtschaft in Westdeutschland im März 2002

(brb)- Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests hat sich das Geschäftsklima im westdeutschen Bauhauptgewerbe im März etwas verbessert. Die Urteile der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage fielen nicht mehr ganz so negativ aus; die Skepsis hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung verringerte sich. Die Bauproduktion stieg saison- und witterungsbereinigt. Als Folge hiervon waren die Gerätekapazitäten besser ausgelastet. Mit 66 Prozent (saison- und witterungsbedingt) war der Ausnutzungsgrad etwas höher als in der vergleichbaren Zeit des Vorjahres (63 Prozent).

Der Anteil der Unternehmen, die über Produktionsbehinderungen klagten, war mit 69 Prozent größer als im März 2001 (56 Prozent). Die Reichweite der Auftragsbestände verkürzte sich spürbar auf 2,5 Monate. Dies führte dazu, dass die Unternehmen die Auftragslage so schlecht wie letztmals vor vier Jahren beurteilten. Den Firmenangaben zufolge hielten sich Preissenkungen und -anhebungen etwa die Waage. Nach den Meldungen der Unternehmen dürften die Preise in den kommenden Monaten jedoch moderat ansteigen. Die Beschäftigtensituation wird sich in den nächsten Monaten kaum verbessern. Nach wie vor plante gut ein Drittel der Unternehmen eine Verringerung der Zahl der Mitarbeiter in der nächsten Zeit.

Nach den Ergebnissen einer Sonderfrage hatten 41 Prozent der Unternehmen (März 2001: 44 Prozent) genügend Aufträge und eine entsprechende Ausrüstung, um im Winter 2001/2002 (Winter 2000/2001) - mit Ausnahme der behördlich anerkannten Schlechtwettertage - mit voller Belegschaft durcharbeiten zu können. Bei den übrigen Firmen ergab sich die Notwendigkeit für Entlassungen/Kurzarbeit überwiegend (83 Prozent) aus Mangel an Aufträgen und nur zu rund 17 Prozent aus baubetrieblichen Gründen.

Im Hochbau hellte sich das Geschäftsklima merklich auf. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage nicht mehr so negativ wie im Vormonat; in den Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr hat der Pessimismus nachgelassen. Rund ein Viertel der Unternehmen berichtete über witterungsbedingte Produktionsstörungen und etwa jedes zweite klagte über Auftragsmangel. Die Bauproduktion belebte sich; mit 63 Prozent übertraf die Geräteauslastung den Wert des Vormonats und erreichte das Niveau des Vorjahres.

Die Auftragsreserven verringerten sich im Wohnungsbau von 2,2 auf 2,0 Monate und im öffentlichen Hochbau von 2,7 auf 2,6 Monate; im gewerblichen Hochbau reichte das Auftragspolster weiterhin für 3,3 Monate. Im Hochbau insgesamt verkürzte sich die Reichweite der Auftragsbestände von 2,6 auf 2,5 Monate (März 2001: 2,7 Monate). Die Testergebnisse lassen erkennen, dass die Preise im Berichtsmonat weitgehend stabil waren. Für die nächsten Monate gingen die Testteilnehmer jedoch von Preisanhebungen aus.

Im Tiefbau blieb das Geschäftsklima so gut wie unverändert. Einer nicht mehr ganz so ungünstigen Beurteilung der aktuellen Geschäftslage stand eine wieder etwas skeptischere Einschätzung der zukünftigen Entwicklung im nächsten halben Jahr gegenüber.

Der Ausnutzungsgrad des Maschinenparks übertraf sowohl den Wert vom Februar als auch den des vergleichbaren Vorjahresmonats. Gut die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, dass sie bei der Abwicklung ihrer Aufträge vom Wetter beeinträchtigt wurden; 37 Prozent meldeten Produktionsbehinderungen durch Auftragsmangel. Die Reichweite der Auftragsbestände hat sich im Straßenbau von 2,9 auf 2,8 Monate und im sonstigen Tiefbau sogar von 3,1 auf 2,7 Monate verkürzt. Im Durchschnitt der Tiefbausparten sind die Auftragsbestände auf 2,8 Monate gesunken. Die Unternehmen erwarteten, dass sie in den nächsten Monaten einige Preiserhöhungen durchsetzen können.

Auch im Fertigteilhochbau hat sich das Geschäftsklima kaum verändert. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage ähnlich negativ wie im Vormonat; die vorsichtige Zuversicht in den Erwartungen schwächte sich nur behutsam ab. Die Bauproduktion wurde kaum durch schlechte Witterung behindert; wie im Vorjahr meldete jedoch rund ein Drittel der Testteilnehmer Produktionseinschränkungen durch Auftragsmangel.

Die Geräteauslastung blieb auf dem Niveau des Vormonats, mit 73 Prozent wurde der vergleichbare Wert des Vorjahres (76 Prozent) nicht erreicht. Die Reichweite der Auftragsbestände verkürzte sich; mit 3,3 Monaten lagen die Auftragsreserven hingegen unter dem Wert vom März 2001 (3,6 Monate). Die Unzufriedenheit mit der Auftragslage hat kaum nachgelassen; per Saldo empfanden 49 Prozent (Februar 51 Prozent) der Testfirmen die Auftragsbestände als nicht ausreichend. Die Firmenmeldungen deuten darauf hin, dass die Preise verschiedentlich heraufgesetzt wurden. Für die nächsten Monate erwarteten die Testteilnehmer eine Fortsetzung des Preisanstiegs.

DAS AKTUELLE INTERVIEW

Bauwirtschaft fordert verbesserte Rahmenbedingungen

(brb).- Anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen am 8. März 2002 in Hannover hat der Präsident des Verbandes, Michael Munte, mit deutlichen Worten auf die krisenhafte Situation der deutschen, insbesondere der niedersächsischen Bauindustrie hingewiesen. Neben einer Analyse der konjunkturellen Situation sprach sich Munte für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen auf dem Baumarkt aus, um zukünftig auch wieder seriös anbietenden Unternehmen Auftragschancen zu eröffnen. Der "Baurundblick" nahm die Positionsbestimmung zum Anlass für ein Gespräch mit dem Verbandspräsidenten, das in der heutigen und in der nächsten Ausgabe veröffentlicht wird.

brb: Herr Präsident Munte, die deutsche Wirtschaft verliert mehr und mehr den Anschluss in Europa, die deutsche Bauwirtschaft hat bereits das 7. Rezessionsjahr hinter sich. Kann man die Ursache für diese Entwicklung ausschließlich in der engen Bindung der exportorientierten deutschen Wirtschaft an den US-Markt sehen?

Munte: Den Rückgang der Wachstumsrate des Sozialprodukts von über drei Prozent in 2000 auf 0,6 Prozent im vergangenen Jahr versuchen viele der Anbindung an den US-Markt zuzuschreiben. Die sicherlich bestehende Verflechtung der beiden Wirtschaftsmärkte darf aber nicht als Ausrede herhalten, um von den hausgemachten Ursachen abzulenken. Diese gründen sich ganz überwiegend in wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen selbst. Dies zeigt schon die Tatsache, dass im Gegensatz zu Deutschland andere europäische Staaten positive Wachstumsraten zu verzeichnen hatten. Die gesamtwirtschaftliche Wachstumsschwäche kann ohne eine Lösung der Probleme des deutschen Baumarktes nicht überwunden werden. Die deutsche Volkswirtschaft hat allein im vergangenen Jahr als Folge der Baukrise fast ein Prozent Wachstum verschenkt. Die Bauwirtschaft ist noch immer ein gewichtiger Multiplikator für die Gesamtwirtschaft. Die Politik hat vor diesem Fakt viele Jahre die Augen verschlossen.

brb:- Worin sehen Sie die Gründe für die nachhaltig rezessive Entwicklung der Baubranche?

Munte: Die Hauptursache für die derzeitige Misere in der Bauwirtschaft ist der nochmalige starke Rückgang der Nachfrage im Wohnungsbau. Die weitere Zuspitzung der Wohnungsbaukrise, die neben dem Geschosswohnungsbau inzwischen auch den Eigenheimbau erfasst hat, ist vorrangig auf die seit Jahren verschlechterten Rahmenbedingungen für die Investoren zurückzuführen. Die Auftraggeber beschränken ihre Investitionsvorhaben mit Blick auf die jahrelange Unsicherheit über wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf das Ntwendigste. Deutschland liegt im Vergleich der Neubautätigkeit aller westeuropäischer Länder nur noch im unteren Drittel. Wenn bei einem bundesweiten Bedarf von 400.000 Wohneinheiten pro Jahr lediglich 300.000 auf den Weg gebracht werden und die Differenz sich vorrangig zu Lasten des preisgünstigen Wohnungsbausektors niederschlägt, dann ist vor allem in diesem Bereich eine erneute Wohnungsnot schon mittelfristig absehbar. Baubedarf ist im Übrigen in allen Bausektoren unstreitig vorhanden. Allein die Kommunen stehen bis 2010 vor einem unabweisbaren Investitionsbedarf von annähernd 700 Milliarden Euro.

brb: Den sie aber nicht umsetzen können, da die kommunalen Kassen leer sind!

Munte: Richtig. Aus unserer Sicht am dringendsten sind daher die Wende in der öffentlichen Investitionspolitik und die Schaffung investitionsfreundlicher Rahmenbedingungen. Die Kommunen haben kein Geld für Bauinvestitionen, weil sie Aufgaben wahrnehmen müssen, die nicht zu ihren Hoheitsaufgaben gehören. Hinzu kommt, dass sie durch die verfehlte Steuerpolitik des Bundes große Einnahmeausfälle verkraften müssen.
Wir müssen aufpassen, dass in der öffentlichen Infrastruktur durch den Verfall der Bausubstanz nicht ein Zustand erreicht wird, wo Deutschland im europäischen Standortwettbewerb zurückfällt.
Auch für die Kommunen gilt daher der Appell, der an alle Gebietskörperschaften gerichtet wird: Der privaten Finanzierung öffentlicher Investitionen muss als additive Maßnahme zu den öffentlichen Bauausgaben mehr Akzeptanz verliehen werden.

brb: Was ist aus Ihrer Sicht möglich und nötig, um deutsche Bauunternehmen konkurrenzfähig zu machen?

Munte. Zunächst gilt es, die Steuer- und Abgabenlast zu senken. Man muss in diesem Zusammenhang aber auch bedenken, dass nicht nur die Billiganbieter aus dem europäischen Ausland, sondern auch verstärkt ostdeutsche Bauunternehmen, die die tarifvertraglichen bzw. gesetzlichen Regelungen unterlaufen, westdeutsche Bauunternehmen benachteiligen. Es gibt Möglichkeiten, den erkannten Wettbewerbsverzerrungen entgegen zu wirken. Europäische Nachbarländer, wie beispielsweise Österreich und Frankreich, sind diesen Weg bereits erfolgreich gegangen und sollten deshalb richtungsweisend sein. Der Anspruch auf Zahlung festgelegter Tariflöhne, die am Arbeitsort vom ersten Tag an gelten, schließen hier das Problem der Billiglöhne von vornherein aus. Die Herausnahme des Lohnfaktors aus dem Wettbewerb würde deutsche Bauunternehmen wieder uneingeschränkt konkurrenzfähig machen.

Keine Wetterbesserung in Sicht

(brb).- Kapitäne und Matrosen der ehedem stolzen Segelschiffe fürchteten außer dem Klabautermann nichts so sehr wie eine andauernde Flaute. Es war für sie eine schreckliche Vorstellung, dass das Meer eine bleierne, unbewegte Wasserfläche ist, kein Windhauch die Segel füllt und am Horizont nicht zu erkennen ist, was einigermaßen verlässlich auf die ersehnte Wetterbesserung hindeutet. Wer heutzutage in der Bauwirtschaft Verantwortung hat oder auch nur sein Brot verdient, der kann die bedrückte Stimmung der Seeleute auf den damaligen Clippern nachempfinden, weil sie der eigenen Gefühlslage entspricht.

Die deutsche Bauwirtschaft hat bereits ein halbes Dutzend Rezessionsjahre hinter sich, und es sieht nicht gerade danach aus, als würden die noch verbleibenden acht Monate des Jahres 2002 den entscheidenden Umschwung bringen. Die Politik hat es bislang nicht geschafft, die Rahmenbedingungen von Grund auf zu reformieren, unter denen hierzulande gewirtschaftet werden muss. Die Änderungen, die tatsächlich vorgenommen wurden, sind genau gesehen weitgehend nur Stückwerk. Es wäre töricht anzunehmen, dass das Versäumte ausgerechnet in einem wichtigen Wahljahr noch angepackt und erledigt würde.

Dabei ist seit langem hinlänglich bekannt, worunter die Branche leidet. Selbstverständlich machen in erster Linie die zu geringen und überdies weit hinter dem immer größer werdenden Investitionsbedarf herhinkenden öffentlichen Bauaufwendungen den Unternehmen das Leben oder sogar das Überleben derart schwer. Es soll freilich nicht verkannt werden, dass die Bundesregierung nach den ersten behutsamen, beinahe ängstlichen Schritten jetzt offensichtlich entschlossener weitergehen will auf dem richtigen Weg, anlagesuchendes privates Kapital stärker zu nutzen. Geldnot macht erfinderisch und vertreibt glücklicherweise auch die Scheu vor Finanzierungsmethoden, die anderswo gang und gäbe sind.

Doch darüber hinaus ist einiges mehr zu verlangen von der Politik, damit die leistungsfähige deutsche Bauwirtschaft nicht vor die Hunde geht. Die Schwarzarbeit beispielsweise, die in der Illegalität anscheinend krisenfest blüht, wächst und gedeiht, muss energischer und wirksamer bekämpft werden. Die Politik darf, ein anders Beispiel, die durch Konkurrenten aus Billiglohnländern herbeigeführte Wettbewerbsungleichheit auf dem Baumarkt nicht länger als vermeintlich naturgegeben betrachten, wenn nicht auch dadurch irreparable Schäden eintreten sollen. Und die kann niemand wollen.

Auf den Clippern, die in der Windstille vor sich hindümpelten, hat niemand resigniert, und auch die Leute vom Bau bleiben in der gegenwärtigen Krise realistische Optimisten. Wie die Schiffsbesatzungen, die in der unfreiwilligen Wartezeit kalfaterten oder Segel flickten, unternehmen sie einiges, um sich fit zu halten für die Zeit nach der Rezession. So hat der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen gerade eine Imagekampagne gestartet, um leistungswillige junge Menschen für einen der auch in Zukunft aussichtsreichen und vielseitigen Bauberufe zu gewinnen. Denn damit erst anzufangen, wenn die Baukonjunktur mal wieder zu brummen beginnt, wäre zweifellos ein wenig spät.

Akkreditierungsverbund für Studiengänge des Bauwesens gegründet

(brb).- Die Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft, der Fakultätentagung für Bauingenieur- und Vermessungswesen sowie der Fachbereichstag Bauingenieurwesen haben den Akkreditierungsverbund für Studiengänge des Bauwesens (AS Bau) gegründet.

Ziel des Akkreditierungsverbundes für Studiengänge des Bauwesens ist die Erarbeitung und Festlegung von Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen des Bauingenieurwesens und verwandter Studiengänge, insbesondere für neue Bachelor- und Masterstudiengänge.

Darüber hinaus soll der Akkreditierungsverbund für Studiengänge des Bauwesens eine Plattform bieten, um die qualitative und quantitativen Standards für Lehre und Studium fortzuschreiben und so die Qualität und die Qualitätssicherung der Lehre und des Studiums an Universitäten und Fachhochschulen - insbesondere im Bereich Bauingenieurwesen - fördern.

Verband der Bauindustrie für Niedersachsen setzt Ausstellungsreihe fort

(brb).- Mit Bildern des polnischen Künstlerpaares Bozena und Zbigniew Lesiak setzt der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen seine Ausstellungsreihe im Haus der Bauindustrie in Hannover fort.

Bozena Lesiak, Jahrgang 1952, geboren in Jaroslav/Polen, studierte Malerei an der Kunstakademie in Krakau. Seit 1976 sind ihre Werke in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Bozena Lesiak betont ausdrücklich in ihren Werken ihre emotionalen Beziehungen zur Landschaft. Die Arbeit auf Leinwand oder Papier bedeutet mehrmaliges Übermalen, das Zusammenstellen von glatten und rauen Flächen, Rhythmen der mit einem Pinsel aufgetragenen Farbenstriche, Risse und Löschungen. Die Blumen bilden die zweitgrößte Gruppe der Bilder. Ihre Schönheit ergibt sich aus den bei den Landschaften gesammelten Erfahrungen.

Zbigniew Lesiak, Jahrgang 1954, wurde in Bielsko-Biala/Polen geboren. Er studierte ebenfalls an der Kunstakademie in Krakau und stellt seine Werke seit 1981 in vielzähligen Ausstellungen der Öffentlichkeit vor. Zbigniew Lesiak Zeichnungen sind strenge Kompositionen mit festgefügtem Bildaufbau aus verdichteten Linien in Kreuzschraffuren. Mit fein abgestuften lichten Hellwerten, die in Grautöne und schließlich ins Tiefschwarze übergehen, spürt er dem Wesen der Dinge nach. Seine Bilder sind geprägt von der Gegenüberstellung klar umrissener Motive, die den Blick auf sich ziehen und Leerflächen, die den Gedanken des Betrachters freien Raum lassen.

Das Künstlerpaar lebt heute in Krakau/Polen.

Die Ausstellung im Haus der Bauindustrie, Eichstraße 19, 30161 Hannover, ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung läuft bis 30. April 2002.

KURZ NOTIERT

(brb).- Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe betrug im Januar 2002 in den alten Bundesländern 2.559 Millionen EUR und lag damit real um 5,6 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.

In den neuen Bundesländern erreichte der Auftragseingang im Januar 2002 640 Millionen EUR. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang von real 4,4 Prozent.


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Verantwortlich: Dr. Hans-Peter Sattler

Nachdruck, auch auszugsweise gestattet. Quellenangabe und Belegexemplar erbeten.

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