Nr. 3/2002
21. März 2002
Verstärktes Süd-Nord-Gefälle
(brb).- Im Rahmen eines Pressegesprächs anlässlich der Jahreshauptversammmlung 2002 des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen äußerte Verbandspräsident Michael Munte, dass die Bauwirtschaft 2001 ein weiteres Rezessionsjahr erlebt habe. Der niedersächsische Baumarkt sei nach wie vor geprägt von schlechter Auftragslage, Nachfragerückgang, Überkapazitäten, Preisdruck und Niedriglohnkonkurrenz aus dem Ausland, zunehmend auch aus den ostdeutschen Bundesländern. Die Bauinvestitionen seien im vergangenen Jahr real um 5,7 Prozent geschrumpft; der Rückgang in Westdeutschland habe 3,8 Prozent, in Ostdeutschland 12,1 Prozent betragen.
Munte wies im weiteren darauf hin, dass im Hinblick auf die baukonjunkturelle Entwicklung der westdeutschen Bundesländer ein starkes Süd-Nord-Gefälle festzustellen sei. Niedersachsen bildet mit Schleswig-Holstein nunmehr das Schlusslicht der baukonjunkturellen Entwicklung.
Diese Entwicklung habe sich auch auf den Bauarbeitsmarkt niedergeschlagen, so Munte. In Niedersachsen seien gegenüber 125.000 Beschäftigten im Jahr 1995 im vergangenen Jahr nur noch ca. 90.000 Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe beschäftigt gewesen.
Im Hinblick auf die Entwicklung der einzelnen Branchen erklärte Munte, dass vor allem der Wohnungsbau zu der derzeitigen schwierigen Situation der Bauwirtschaft beigetragen habe. Ursächlich für die weitere Zuspitzung der Wohnungsbaukrise, die neben dem Geschlosswohnungsbau inzwischen auch den Eigenheimbau erreicht habe, seien die für Investoren verschlechterten Rahmenbedingungen. Eine weitere Kürzung oder gar eine Abschaffung der Eigenheimzulage, wie derzeit diskutiert, wäre verhängnisvoll nicht nur für den Wiohnungsbau, sondern für die gesamte Bauwirtschaft, da der Wohnungsbau mit über 50 Prozent Anteil am Bauvolumen der dominierende Teil der Bautätigkeit sei.
Die Hoffnung auf eine allmähliche Belebung der Baukonjunktur stütze sich vor allem auf den westdeutschen Wirtschaftsbau, der neben einem moderaten Rückgang des Umsatzes in 2001 einen Zuwachs der erteilten Baugenehmigungen zu verzeichnen habe. Mögliche Impulse aus diesem Bereich würden aber nicht ausreichen, um den zu erwartenden weiteren Rückgang des Wohnungsbaus zu kompensieren. Deshalb sei nicht damit zu rechnen, dass die deutsche Bauwirtschaft die Konjunkturkrise schon im Jahr 2002 überwinden werde.
Die Investitionszurückhaltung von Bund, Ländern und Gemeinden trägt nach Ansicht Muntes erheblich zur Abwärtsentwicklung der Bauwirtschaft bei. So hätten vor allem die Gemeinden ihre Investitionsbudgets weiter eingeschränkt, ungeachtet eines kommunalen Investitionsbedarfs von etwa 690 Milliarden Euro bis 2010. skandalös sei es auch deshalb, so Munte, wenn auf Bundesebene über Jahre hinweg etatisierte Haushaltsmittel für Baumaßnahmen nicht ausgeschöpft und in den allgemeinen Haushalt zurückgeführt worden seien, anstatt sie in andere planungsreife Vorhaben umzuschichten.
Zu begrüßen sei das Programm der Niedersächsischen Landesregierung "Bauen jetzt in Niedersachsen", die damit einen Beitrag zur Verstetigung der Investitionstätigkeit leiste und erste Impulse zur Überwindung der Baukrise gebe. Auch der Entschluss der Bundesregierung zum Einstieg in eine stärkere Beteiligung des privaten Kapitals im Verkehrswegebau könne dazu beitragen, die strukturellen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Verkehrswege auch in Niedersachsen zu verbessern. Dieser privatwirtschaftliche Ansatz müsse jetzt aber, so Munte, auch auf öffentliche Hochbauten ausgeweitet werden.
Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen am Baumarkt forderte Munte einen verstärkten Einsatz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer. Die Schwarzabeit belaste den Baumarkt immer mehr. Das Gesamtvolumen der Schwarzarbeit mit hohen Anteilen im Baubereich werde für 2002 auf etwa 340 Milliarden Euro geschätzt. Das seien immerhin 16,5 Prozent des Bruttosozialprodukts. Die Einführung der von der Bauindustrie mitinitiierten Bauabzugssteuer sei auch in diesem Zusammenhang eine richtige Maßnahme.
Unerlässlich für den Bausektor sei ein fairer Wettbewerb mit gleichen Bedingungen für alle Marktteilnehmer. Der Wettbewerb am Bau müsse sich wieder auf die Produktqualität konzentrieren und nicht auf den billigsten Preis. Problematisch für den deutschen Arbeitsmarkt, so Munte, seien neben den Wettbewerbsverzerrungen durch Anbieter aus Billiglohnländern auch die viel zu hohen Arbeitskosten deutscher Unternehmen, die zu Wettbewerbsnachteilen führen. Die Herausnahme des Lohnfaktors aus dem Wettbewerb, wie es europäische Nachbarländer bereits getan hätten, könnte auch deutsche Bauunternehmen wieder uneingeschränkt konkurrenzfähig machen.
Munte erkärte, ein wirksames Vergaberecht sei erforderlich, um ordentlich kalkulierenden Unternehmen eine Auftragschance zu geben. Des Weiteren habe sich der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen für die Einführung eines nationalen Qualifizierungssystems ausgesprochen, um den Zustrom nichtqualifizierter Unternehmen auf den deutschen Baumarkt zu begrenzen.
Abschließend betont Munte, die Bauwirtschaft biete trotz Krise noch immer gute Beschäftigungsperspektiven für Fachkräfte mit hohem Qualifikationsniveu. Schon jetzt sei aber für den Bereich der Bauingenieure aufgrund der niedrigen Studienanfängerzahl ab 2004 eine Engpasssituation absehbar. Der Verband werde deshalb im Frühjahr eine Nachwuchs- und Imagekampagne zur Gewinnung geeigneter Nachwuchskräfte starten.
Bundeshaushalt 2001: Haushaltsreste von mehr als zwei Milliarden DM bei Bauausgaben
(brb).- Im Jahr 2001 wurden die Haushaltsansätze im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen für Baumaßnahmen um nahezu 2,1 Milliarden DM unterschritten. Eigene Baumaßnahmen des Bundes in Höhe von 715 Millionen DM wurden nicht durchgeführt; die Deutsche Bahn AG hat Investitionszuschüsse bzw. –zulagen in Höhe von 1,366 Milliarden DM nicht abgerufen.
Im Bundeshaushalt 2001 war vorgesehen, eigene Baumaßnahmen des Bundes in Höhe von 11,571 Milliarden DM durchzuführen. Tatsächlich wurden allerdings lediglich 10,856 Milliarden DM für diesen Zweck verausgabt. Das Haushalts-Ist wurde somit um 715 Millionen DM bzw. 6,2 Prozent unterschritten. Die Einsparungen wurden im Hochbaubereich vorgenommen; die geplanten Investitionen in Bundesfernstraßen in Höhe von 9,124 Milliarden DM wurden zu 99 Prozent realisiert.
Noch schlechter stellt sich die Lage bei den Investitionen in die Schienenwege des Bundes dar. In den Haushalt waren 8,896 Milliarden DM an Investitionszulagen bzw. Investitionszuschüssen an die Deutsche Bahn AG für diesen Zweck eingestellt. Abgerufen durch die DB AG wurden aber lediglich 7,530 Milliarden DM. Somit wurden 1,366 Milliarden DM bzw. 15,4 Prozent des gesamten Zuschussvolumens nicht in bauwirksame Maßnahmen umgesetzt.
Die Haushaltsansätze im Einzelplan 12 (Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen) wurden somit um nahezu 2,1 Milliarden DM unterschritten. Die deutsche Bauindustrie wird gegenüber den Mitgliedern des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages deutlich machen, dass solche Minderausgaben – gerade in der jetzigen baukonjunkturellen Situation – vollkommen unakzeptabel sind und den Haushaltsausschuss auffordern, im laufenden Jahr für einen kompletten Mittelabfluss Sorge zu tragen.
Bauinvestitionen im Jahr 2001 um real 5,7 Prozent zurückgegangen
(brb).- Der baukonjunkturelle Abschwung in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr wieder beschleunigt. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gingen die Bauinvestitionen in Deutschland preisbereinigt um 5,7 Prozent zurück; um 3,8 Prozent im früheren Bundesgebiet und wiederum überproportional um 12,1 Prozent in den neuen Bundesländern.
Damit hat sich die Abkoppelung der Bautätigkeit von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung fortgesetzt. Während das Bruttoinlandsprodukt von 1994 bis 2001 um real 11,8 Prozent zugelegt hat, gingen die Bauinvestitionen im gleichen Zeitraum preisbereinigt um 13,2 Prozent zurück. 2001 wurden mit 227,3 Milliarden Euro (zu laufenden Preisen) 11,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bauinvestitionen verwendet, 1994 waren es noch 14,9 Prozent.
Das reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im vergangenen Jahr von 0,6 Prozent wäre ohne die strukturelle Belastung durch die schwache Baukonjunktur mehr als doppelt so hoch (1,4 Prozent) ausgefallen. Nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft hat die Baurezession von 1994 bis 2001 die reale gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate um insgesamt vier Prozentpunkte gedrückt. Während das Bruttoinlandsprodukt inklusive der Bauinvestitionen um real 11,8 Prozent zulegte, wären es bei Ausklammerung der Bautätigkeit plus 15,9 Prozent gewesen. Das Institut führt die "hartnäckige Rezession" auch darauf zurück, "dass die unbestritten unumgängliche Konsolidierung der Staatsfinanzen einseitig zulasten der öffentlichen Investitionen gegangen ist und dass dies ein wesentlicher Erklärungsfaktor für die anhaltend schwache Baukonjunktur und die zunehmenden Defizite in der Versorgung mit öffentlicher Infrastruktur ist".
Auch alle weiteren Kennziffern, die das Statistische Bundesamt für das Baugewerbe berechnet, sind seit Jahren deutlich negativ:
Die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes (der eigene Beitrag der Branche zur Entstehung des Bruttoinlandsproduktes) lag 2001 in konstanten Preisen um 18 Prozent unter dem Wert des Jahres 1994. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung von 7,1 Prozent auf 5,0 Prozent.
Die Zahl der inländischen Erwerbstätigen im Baugewerbe ging seit 1994 um 17,2 Prozent auf 2,6 Millionen zurück. Der Anteil an der gesamten Beschäftigung reduzierte sich von 8,5 auf 6,8 Prozent.
Die Arbeitsproduktivität (das Bruttoinlandsprodukt bzw. die Bruttowertschöpfung in Preisen von 1995 je Erwerbstätigen im Inland) lag im Baugewerbe im Jahr 2001 um 1,1 Prozent unter dem Wert des Jahres 1994; gesamtwirtschaftlich war dgegen ein Produktivitätswachstum von 7,6 Prozent zu verzeichnen.
Die Lohnstückkosten (die Lohnkosten in Relation zur Arbeitsproduktivität) stiegen im Baugewerbe von 1994 bis 2001 um 7,4 Prozent, in der gesamten Wirtschaft dagegen nur um 3,5 Prozent.
Bauhauptgewerbe in Niedersachsen
| Januar bis August | Veränderungen | ||
| 2000 | 2001 | in % | |
| Beschäftigte (im Durchschnitt) |
89.266 | 97.359 | -8,3 |
| Geleistete Arbeitsstunden (1000 Std.) | |||
| Hochbau | 70.002 | 80.850 | -13,4 |
| Tiefbau | 36.907 | 40.070 | -7,9 |
| insgesamt | 106.909 | 120.920 | -11,6 |
| Auftragseingänge - nur Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten (mill. DM) |
|||
| Hochbau | 5.345,5 | 5.695,1 | -6,1 |
| Tiefbau | 4.581,5 | 4.890,6 | -6,3 |
| insgesamt | 9.927,0 | 10.585,7 | -6,2 |
|
Erteilte Baugenehmigungen |
|||
| Wohngebäude | 19.544 | 21.139 | -7,5 |
| Nichtwohngebäude | 24.683 | 24.654 | +0,1 |
| insgesamt | 44.227 | 45.793 | -3,4 |
| Baugewerblicher Umsatz (Mill. DM) | |||
| Hochbau | 10.377,7 | 11.844,9 | -12,4 |
| Tiefbau | 6.041,1 | 6.375,9 | -5,3 |
| insgesamt | 16.418,8 | 18.220,8 | -9,9 |
| Löhne / Gehälter Bruttosummen (Mill. DM) |
4.640,6 | 5.061,6 | -8,3 |
Der aktuelle Kommentar: Von Polen lernen
(brb).- Zugegeben, überall kocht die Politik nur mit Wasser. Trotzdem lohnt es sich, immer wieder mal einen neugierigen Blick über die Grenze zu werfen. Wer es tut, der sieht mit eigenen Augen, wie es nebenan wirtschaftlich und finanziell läuft oder steht. Er erfährt vor allem auch, mit welchen Lösungen die Nachbarn ihrer konjunkturellen Probleme Herr zu werden und ihre Wirtschaft in Gang zu bringen versuchen. Wenn einer danach vergleicht, was dort gerade unternommen und was hier noch immer unterlassen wird, dann kann er bisweilen zu der Feststellung kommen, dass anderswo eine gescheitere Politik gemacht wird.
Gegenwärtig ist es ganz interessant, den in Warschau Regierenden, einer Mitte-Links-Koalition, bei der Arbeit über die Schultern zu schauen. Polen ist in eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise geschliddert, das Bruttoinlandsprodukt ist zusammengeschrumpft, die öffentlichen Finanzen sind in Unordnung geraten, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Diese Schwierigkeiten sind weitgehend hausgemacht und von der abgewählten Vorgängerregierung zu verantworten. Das neue Kabinett will mit einem Notprogramm der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen.
Warschau setzt auf ein Erfolgsrezept, das sich auch in Deutschland anwenden ließe: Die Regierung will die Baukonjunktur so anfeuern, dass der Funke überspringt auf die übrigen Wirtschaftsbereiche. Investitionskredite, die Vater Staat mit ausgesprochen niedrigen Zinssätzen ausstattet, sollen bei den Privatleuten wieder die Lust am Wohnungsbau wecken. Den Bau von Autobahnen und Landstraßen will die Regierung endlich wieder in Gang bringen und verlässt sich dabei auf intelligente Finanzierungsmodelle, deren man sich hierzulande noch immer viel zu selten bedient.
Auch von Polen, das in einigen Jahren Mitglied der Europäischen Union sein wird, ist zu lernen, wie sich wieder auf den berühmten grünen Zweig kommen lässt. Die Erfahrung lehrt doch, dass es rasch allen wieder gut geht, wenn mit Bauinvestitionen tatsächlich geklotzt und nicht nur gekleckert wird. Wenn das Warschauer Notprogramm wirkt, dann wird man auch bei uns nicht länger abschätzig, sondern fortan mit der gebührenden Hochachtung von polnischer Wirtschaft sprechen.
RWI-Studie: Gesamtwirtschaftlicher Multiplikator der Bautätigkeit liegt
bei 2,3
(brb).- Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat im Auftrag des Verbandes der privaten Bausparkassen eine Aktualisierung der Studie "Gesamtwirtschaftliche und sektorale Wirkungen des Eigenheimbaus" vorgelegt. Danach führt eine Erhöhung des Bauvolumens um eine Milliarde DM mittelfristig zu einer gesamtwirtschaftlichen Nachfragesteigerung von 2,3 Milliarden DM. Gleichzeitig erfolgt eine gesamtwirtschaftliche Beschäftigungszunahme von über 13.3000 Arbeitsplätzen.
1995 lag der Produktionswert des Baugewerbes bei 480,4 Milliarden DM. 52,4 Prozent dieses Produktionswertes entfielen auf Vorleistungen, vor allem auf Baumaterialien aller Art (Steine und Erden, Holz, Kunststoff, Keramik, Metallerzeugnisse), die ein Viertel des gesamten Produktionswertes des Baugewerbes ausmachten. Die eigene Bruttowertschöpfung des Baugewerbes lag 1995 bei 47,1 Prozent des gesamten Produktionswertes. Diese Bruttowertschöpfung ist das Maß für den zusätzlichen Wert, der im Rahmen der Produktion von Waren und Dienstleistungen innerhalb der Baubranche geschaffen wird.
Auf Basis dieser Verflechtungen untersuchte das RWI Nachfrage- und Beschäftigungseffekte einer Zunahme des Bauvolumens. Die direkten sektoralen Nachfrageeffekte einer Erhöhung des Bauvolumens um eine Milliarde DM führen danach zu gesamtwirtschaftlichen Nachfragesteigerungen zwischen 1,772 Milliarden DM im Ein- und Zweifamilienhausbau und 1,897 Milliarden DM im übrigen Bau. Gewichtet mit den Anteilswerten in der Produktionsstruktur des Jahres 1995 lag die durchschnittliche Nachfragesteigerung bei 1,85 Milliarden DM.
Unter Einbeziehung der nachfolgenden Einkommens- und Konsumeffekte führt eine Erhöhung des Bauvolumens um eine Milliarde DM zu einer gesamtwirtschaftlichen Nachfragesteigerung zwischen 2,260 Milliarden DM im Ein- und Zweifamilienhausbau und 2,353 Milliarden DM im gewerblichen Bau. Auf Basis der Produktionsstruktur des Jahres 1995 kam es zu einer durchschnittlichen Nachfragesteigerung von 2,294 Milliarden DM.
Eine Erhöhung des Bauvolumens um eine Milliarde DM und die daraus resultierenden gesamtwirtschaftlichen Produktionswirkungen führten 1995 zu einer gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsausweitung zwischen 13.135 Arbeitspätzen im übrigen Bau und 13.645 im gewerblichen Bau. Wiederum gewichtet mit den Produktionsstrukturen lag 1995 der durchschnittliche Beschäftigungsimpuls bei 13.325 Arbeitsplätzen. Davon entstanden etwa 52 Prozent (6.930) im Baugewerbe selbst.
In einem weiteren Schritt untersuchte das RWI die fiskalischen Auswirkungen der Erhöhung des Bauvolumens um eine Milliarde DM, also ihre Auswirkungen auf Staatshaushalt und Sozialversicherungssysteme. Inklusive der nachgelagerten Einkommens- und Konsumeffekte führte eine Erhöhung der Baunachfrage um eine Milliarde DM je nach Bausparte mittelfristig zu
Mehreinnahmen bei den direkten Steuern zwischen 115 und 188 Millionen DM,
Mehreinnahmen an Mehrwertsteuer von 125 Millionen DM,
Mehreinnahmen an Sozialversicherungsbeiträgen von 150 bis 157 Millionen DM und
Minderausgaben für soziale Leistungen von 243 bis 255 Millionen DM.
Bauindustrie Niedersachsen-Bremen begrüßt JadeWeserPort
(brb).- In einer gemeinsamen Erklärung haben die Hauptgeschäftsführer der Bauindustrieverbände für Niedersachsen, Professor Michael Sommer, und Bremen-Nordniedesachsen, Dr. Wolfgang Bayer, die Bedeutung des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven für Deutschland und die norddeutsche Küste hervorgehoben. Niedersachsen und Bremen sollten den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen.
"Wir haben nach wie vor die Hoffnung, dass sich Hanmburg nicht aus der Vereinbarung der Ministerpräsidenten herausschleicht, sondern sich im Sinne der deutschen Küste beteiligt." Voraussetzung für einen wirtschaftlich erfolgreichen Hafen, der in dieser Region unter strukturplitischen und arbeitsmarktlichen Gesichtspunkten zu begrüßen ist, sei aber auch eine funktionierende Infrastruktur der Straßen-, Schienen- und Wasserwege. Hier müssten nun die Planungen schnellstmöglich angeschoben werden, wenn die Inbetriebnahme des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven – wie von der Politik vorgesehen – etwa im Jahre 2008 liegen sollte. Nur dann sei auch sichergestellt, dass potenzielle private Investoren, die eine wesentliche Rolle zur Finanzierung des Gesamtprojektes hätten, für eine zeitnahe Ansiedlung in der Region gewonnen werden könnten.
Präsident Michael Munte wieder gewählt
(brb).- Anlässlich der Jahreshauptversammlung 2002 des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen am 8. März 2002 in Hannover wurde das Präsidium neu gewählt. Präsident Michael Munte, Firma Munte Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Braunschweig, wurde für eine weitere zweijährige Amtsperiode bestätigt. Zu Vizepräsidenten gewählt wurden Bauassessor Professor Dr.-Ing. Rolf Warmbold, Firma Hastrabau-Wegener GmbH & Co. KG, Langenhagen, und Direktor Ullrich Reinke, Firma Philipp Holzmann AG, Niederlassung Hannover.
Impressum
Druckerei Gebrüder Höltje GmbH
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