Nr. 1/2004
22. Januar 2004
In dieser Ausgabe u.a.
- Niedersächsische Bauwirtschaft in der schwersten Krise
- Maut-Chaos vernichtet Straßenbaujobs
- Analyse der Bauwirtschaft im Dezember 2003
- Der aktuelle Kommentar: Zum Jahrebeginn
Öffentliche Bauinvestitionen mit Signalwirkung
(brb).- Die Deutsche Bauwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Verbandes der Bauindustrie für Niedersachsen in ihrer schwersten Krise der vergangenen Jahrzehnte. Der konjunkturelle Verfall konnte auch im Jahre 2003 noch nicht gestoppt werden, so Verbandspräsident Michael Munte und Hauptgeschäftsführer Prof. Dipl.-Kfm. Michael Sommer in ihrer Konjunkturanalyse zum Jahresausklang.
Neben der Konjunkturkrise und einer seit Jahren parallel verlaufenden Strukturkrise leide die Bauwirtschaft unter einer Bedeutungskrise. Viele der Verantwortlichen auf politischer Ebene hätten die Bauwirtschaft offenbar lediglich als eine von vielen Branchen angesehen und seien sich nicht der besonderen Bedeutung bewusst, die der Bauwirtschaft für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zukomme.
Munte und Sommer betonten, dass diese Fehleinschätzung besonders gravierend sei angesichts des nach wie vor immens hohen Baubedarfs in Deutschland, der in den kommenden Jahren noch steigen werde, wenn nicht so schnell wie möglich vor allem dem Verfall der öffentlichen Infrastruktur Einhalt geboten werde.
Es sei unabdingbar, dass von der Politik Rahmenbedingungen geschaffen bzw. erhalten würden, die die Kapitalbindung in Bauten dauerhaft attraktiv machten. Solange der Vertrauensschutz in einmal getroffene politische Entscheidungen nicht mehr gewahrt sei, würden Investoren sich scheuen, sich im Immobilienbereich zu engagieren.
Deutschland führe seit Jahren eine Reformdebatte nach der anderen. Bisher zielten die meisten der als Reform bezeichneten politischen Entscheidungen jedoch nicht darauf ab, die konjunkturellen Aussichten für die Wirtschaft nachhaltig zu verbessern, so Munte und Sommer.
Zur Rettung des Sozialstaates und zur notwendigen Belebung der Wirtschaft seien Änderungen unausweichlich, die sicher in dem einen oder anderen Fall schmerzhaft seien. Nur durch tatsächlich greifende Reformprozesse, insbesondere in der Sozial- und Steuergesetzgebung, sei Deutschland dauerhaft zukunftsfähig zu machen.
Verbandspräsident Munte und Hauptgeschäftsführer Sommer zeigten
sich überzeugt, dass die Bundesrepublik Deutschland nur dann ihre wirtschaftlichen
Probleme überwinden könne, wenn der Investitionsmotor wieder anspringe. Öffentliche
Investitionen und hierbei vor allem Bauinvestitionen müssten dabei als
Signalwirkung eine Vorreiterrolle einnehmen.
Anlässlich des Verlaufs der Baukonjunktur mit den bisherigen negativen
Folgen für die Gesamtwirtschaft ebenso wie des Strukturwandels in der
Wirtschaft insgesamt sei ein funktionsfähiger und das wirtschaftliche
Potenzial des Landes unterstützender staatlicher Ordnungsrahmen dringender
als je zuvor erforderlich.
Die Bauwirtschaft in Westdeutschland im Dezember 2003
(brb).- Nach den Ergebnissen des jüngsten ifo Konjunkturtests war das Geschäftsklima im westdeutschen Bauhauptgewerbe im Dezember nicht mehr so kühl wie in den vorangegangene Monaten. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fiel nicht mehr ganz so ungünstig aus wie im Vormonat; die Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate hellten sich sichtlich auf. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten stieg um 1 Prozentpunkt auf 59 Prozent (saison- und witterungsbereinigt); der vergleichbare Vorjahreswert wurde um 2 Prozentpunkte übertroffen. Lediglich 4 Prozent der Unternehmen meldeten, dass die Abwicklung der Aufträge vom Wetter beeinträchtigt wurde; vor einem Jahr berichteten 17 Prozent der Unternehmen über derartige Behinderungen, vor zwei Jahren sogar 44 Prozent. Die Auftragsbestände erhöhten sich auf 2,3 Monate (saison- und witterungsbereinigt); vor einem Jahr waren die durchschnittlichen Auftragspolster der Unternehmen geringfügig kleiner (2,2 Monate). „Nur“ noch 59 Prozent der Testteilnehmer waren daher mit ihrer Auftragssituation unzufrieden. Nach den Angaben der Firmen mussten im Berichtsmonat die Preise etwas herabgesetzt werden. Für die nächsten Monate rechneten sie allerdings mit steigenden Preisen. Per saldo planten 41 Prozent der Unternehmen eine Verringerung der Zahl der Mitarbeiter in den nächsten Monaten (Dezember 2002: 44 Prozent).
Nach den Ergebnissen einer Sonderfrage machten 2002 in den Sommerferien 34 Prozent der Unternehmen Betriebsurlaub durch Einstellen des gesamten Baustellenbetriebes und 14 Prozent durch Einstellen des Baustellenbetriebes der einzelnen Niederlassungen. Bei 17 Prozent der Testteilnehmer dauerte der Betriebsurlaub zwei Wochen, bei 22 Prozent der Unternehmen drei Wochen.
Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima aufgehellt. Die befragten Unternehmen – mit Ausnahme der im Wohnungsbau tätigen – beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage nicht mehr so ungünstig wie im Vormonat; die Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr waren von leichter Zuversicht geprägt. Die Auslastung der Gerätekapazitäten erhöhte sich; sie war 57 Prozent um 3 Prozentpunkte besser als im Dezember 2002. Witterungsbedingte Produktionsstörungen waren so gut wie nicht vorhanden; knapp die Hälfte der Unternehmen klagte über Auftragsmangel. Die Auftragsbestände stiegen im öffentlichen Hochbau von 2,1 auf 2,4 Monate, im Wohnungsbau von 1,8 auf 2,0 Monate sowie im gewerblichen Hochbau von 2,6 auf 2,7 Monate. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Auftragsbestände als zu klein bezeichneten, ist zwar etwas zurückgegangen, rund 55 Prozent waren aber weiterhin mit ihrer Auftragssituation unzufrieden. Der Preisdruck hat etwas nachgelassen; die Testergebnisse zeigen aber, dass es im Berichtsmonat weiterhin zu Preisabschlägen kam. In den nächsten Monaten dürften die Preise nach Meinung der Unternehmen jedoch anziehen.
Im Tiefbau beurteilten die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage nicht mehr so schlecht wie in den Vormonaten, in Bezug auf die künftige Entwicklung kam verhaltene Zuversicht zum Ausdruck. Der Auslastungsgrad des Maschinenparks erreichte 60 Prozent; vor einem Jahr betrug die Kapazitätsauslastung nur 58 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, bei denen die Bautätigkeit vom Wetter behindert wurde, war mit 11 Prozent ähnlich klein wie im warmen Winter 2000/2001. Die Reichweite der Auftragsbestände verlängerte sich im Straßenbau von 2,1 auf 2,2 Monate, im sonstigen Tiefbau betrug sie - wie im Vormonat – 2,4 Monate. Die Firmenmeldungen deuten darauf hin, dass die Preise im Dezember weiter unter Druck standen. Die Testteilnehmer gingen allerdings davon aus, dass sie in den kommenden Monaten die Preise abheben können.
Auch im Fertigteilhochbau hat sich das Geschäftsklima verbessert. Im
Dezember waren deutlich weniger Unternehmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage
unzufrieden als in den Vormonaten; die Geschäftserwartungen für die
nächsten sechs Monate ließen vermehrt Zuversicht erkennen. Die Auslastung
der Gerätekapazitäten stieg geringfügig von 68 Prozent auf 69
Prozent; im Vergleichsmonat des Vorjahres erreichte die Kapazitätsauslastung
lediglich 67 Prozent. Gut ein Drittel der befragten Unternehmen gab an, dass
ihre Bautätigkeit durch Auftragsmangel behindert wurde; kein einziger
meldete demgegenüber witterungsbereinigte Beeinträchtigung der Bauaktivitäten.
Die Reichweite der Auftragsbestände kletterte von 3,6 auf 3,8 Monate;
vor einem Jahr waren die Auftragsreserven noch über einen halben Monat
kleiner (3,1 Monate). Nach den Firmenmeldungen zu schließen, konnten
im Dezember die Preise heraufgesetzt werden. Die befragten Unternehmen erwarteten,
dass sie in den nächsten Monaten noch höhere Preise durchsetzen können.
Maut-Chaos vernichtet Straßenbaujobs
(brb).- Maut-Chaos und -Verschiebung bedrohen Tausende von Arbeitsplätzen in der niedersächsischen Straßenbauwirtschaft. Die Verbände der Bauwirtschaft in Niedersachsen und die IG Bauen-Agrar-Umwelt, Region Niedersachsen-Bremen, befürchten, dass die mangelhafte Planung der Schwer-Lkw-Maut auf dem Rücken der Straßenbauunternehmen und ihrer Arbeitnehmer ausgetragen wird. Seit September 2003 gehen dem Bund monatlich 156 Millionen Euro Einnahmen aus der Straßenbenutzungsgebühr verloren, weil das vorgesehene System nicht praxistauglich ist. Der Deutsche Bundestag hat deshalb im Bundeshaushalt 2004 eine Haushaltssperre für die Maßnahmen des Anti-Stau-Programms in Höhe von 1.047 Millionen Euro beschlossen, die aus einem Teil der Maut-Einnahmen finanziert werden sollen. Davon entfallen 530 Millionen Euro auf die Bundesfernstraßen. Bei einem niedersächsischen Anteil an den Hauptbautiteln des Bundesfernstraßenbaus von 8,2 Prozent würde dies zu einem Rückgang um 44 Millionen Euro führen.
Die Hauptgeschäftsführer der bauwirtschaftlichen Verbände in Niedersachsen und Bremen, Prof. Michael Sommer für den Verband der Bauindustrie in Niedersachsen, Dr. Wolfgang Bayer für den Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen, Hans Espel für den Baugewerbeverband Niedersachsen, sowie Frau Margot Gudd, (Mitglied des Bundesvorstandes der IG Bauen-Agrar-Umwelt) kritisieren, dass in erster Linie Bauinvestitionen betroffen sind, wenn das Politmanagement versagt hat. Jetzt stellen der Bundesfinanzminister und der Haushaltsausschuss des Bundestages eine klare Zuordnung zwischen den Mauteinnahmen und den Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur her. Als es um die Forderung der Bauwirtschaft gegangen sei, die Einnahmen aus der Schwer-Lkw-Maut allein für den Straßenbau zu verwenden, habe jedoch die freie Verwendung der so erworbenen Haushaltsmittel Vorrang gehabt.
Die Bauverbände und die Gewerkschaft weisen darauf hin, dass die sieben
niedersächsischen Anti-Stau-Programm-Projekte besondere verkehrspolitische
Bedeutung haben. Es handelt sich um die A 1 Osnabrück-Lotte, die A 7 Göttingen-Friedland,
die A 7 Hannover-Nord-Großburgwedel (wichtig für die WM 2006), A
2/A 7 Umbau Kreuz Hannover-Ost, das dritte Gleis auf der Strecke Hamburg-Lüneburg,
der Rangierbahnhof in Hannover und die Schleuse Lauenburg.
Werkpoliere sind am Bauarbeitsmarkt gefragt
(brb).- Anlässlich der turnusmäßigen Jahrestagung der Kommission der Tarifvertragsparteien zur Durchführung von Werkpolier-Prüfungen waren sich die Teilnehmer der Tarifvertragsparteien einig, dass es auch bei einem sich strukturell weiter verändernden Baumarkt ein gutes Betätigungsfeld für Werkpoliere gibt. Die angebotenen Lehrgangsmaßnahmen belegen nach Auffassung des Geschäftsführers der Tarifkommission Werkpoliere, Rechtsanwalt Andreas Biedermann, dass die Unternehmen den Stellenwert der Werkpolier-Ausbildung erkannt haben und weiter auf qualifiziertes Stammpersonal setzen. Der Werkpolier als Führungskraft auf der Baustelle zwischen dem Bauvorarbeiter und dem angestellten Polier bzw. Bauleiter hat nach wie vor gute Arbeitsmarktchancen.
Im vergangenen Winterhalbjahr haben 104 Teilnehmer die Werkpolier-Prüfungen
mit Erfolg absolviert. Auch in diesem Winterhalbjahr werden in Niedersachsen
Werkpolier-Lehrgänge in den Fachrichtungen Hochbau, Tiefbau, Spezialtiefbau,
Rohrleitungsbau, Brunnenbau, Zimmerer und Asphaltbau durchgeführt; schon
der derzeitige Anmeldestand belegt den hohen Stellenwert der Ausbildung.
Der aktuelle Kommentar: Zum Jahresbeginn
(brb).- Der Kopf brummt einem schon wie nach einer durchzechten Nacht. Innovation, Praxisgebühr und Autobahnprivatisierung. Agenda 2010 und Bundeskriminalamt, Elite-Universität und Lastwagenmaut, Wehrpflicht und Steuerreform. Umstrukturierung, Modernisierung, Globalisierung. Ist der Hartz nun für die verkorkste Sache mit der Maut verantwortlich oder ist es die Bulmahn? Hat sich der Stolpe eigentlich die Praxisgebühr einfallen lassen oder war es der Schily? Vermutlich kann mittlerweile keiner mehr behaupten, er steige durch und habe den Überblick über das, was noch als richtungsweisendes Programm gilt und was bereits Hochglanzmakulatur ist. Die Bundesregierung bombardiert das Publikum mit Schlagworten, welche die Leute die Achseln zucken lassen. Sie wissen inzwischen, Reformen sind nur ein anderer Ausdruck für Griffe ins Portemonnaie.
Wenn einer den Wust von Begriffen genau betrachtet und auch auf Zwischentöne im Wortgeklingel der regierungsamtlichen Propaganda hört, dann wird er etwas Merkwürdiges feststellen. In den Papieren, Äußerungen, Entwürfen, Vorlagen und Broschüren, deren Inhalt die gegenwärtige politische Diskussion bestimmen, sind einige überaus wichtige Vokabeln kaum noch zu entdecken. Niemand beispielsweise weist derzeit hin auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit von Investitionen in unaufschiebbare neue Bauvorhaben. Keiner macht darauf aufmerksam, dass die vorhandene Bausubstanz längst begonnen hat, marode zu werden, weil in ihre Sanierung seit Jahren nun schon kein oder zu wenig Geld gesteckt wird. Und wer erinnert eigentlich schon mal an die Bedeutung von Bauinvestitionen für die Infrastruktur hin, deren Qualität wiederum entscheidend ist für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland?
Es gibt noch einen zweiten Zusammenhang, der auf keinen Fall übersehen
werden darf. Jeder Euro, der für Bauvorhaben ausgegeben wird, zahlt sich
umgehend aus. Bauinvestitionen machen nicht allein anderen Branchen Lust und
Mut, Folgeinvestitionen vorzunehmen. Sie bringen Erwerbslose wieder in Lohn
und Arbeit. Sie entlasten damit die sozialen Sicherungssysteme. Und sie lassen
die Kasse der Steuerverwaltung wieder lauter klingeln, was doch dem miesepetrigsten
Finanzminister gute Laune bereitet. Die Bauindustrie ist unter brauchbaren
Rahmenbedingungen ein ungewöhnlich starker, vermutlich der beste Motor,
um den volkswirtschaftlichen Karren aus dem Konjunkturtal der Tränen herauszuziehen.
Diese Erfahrung sollte nicht in Vergessenheit geraten.
Mit Privatfinanzierung gegen Verkehrsengpässe im Nordwesten
(brb).- Die dramatische Finanzlage der öffentlichen Hand darf den Investitionsstau beim Infrastrukturausbau nicht weiter verfestigen. Diese Auffassung vertraten Spitzenvertreter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie auf dem gemeinsamen Veranstaltungssymposium „Verkehrsengpass Nordwest“ in Bremen. Die Situation werde noch verschärft durch den ungewissen Termin der Lkw-Maut: Hierdurch fehle jetzt rund 1 Mrd. EUR für bereits beschlossene Neu- und Ausbauprojekte in den Bereichen Straße, Schiene und Wasserwege.
Zu den wichtigen Verkehrsprojekten in der Region gehören nach Ansicht von Horst Wübben, Vorsitzender des Bauindustrieverbandes Bremen-Nordniedersachsen und Präsidiumsmitglied des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie; der achtspurige Ausbau der A 1 von Hamburg nach Westen, der Neubau der Küstenautobahn A 22, der Ausbau der A 26 von Stade nach Hamburg, der Ausbau der A 20 mit der Elbquerung bei Glückstadt und der Anschluss an die A 1 sowie der Ausbau der A 281, d.h. der Ringschluss um Bremen mit der Weserquerung. Weitere notwendige Maßnahmen seien im Bereich des Schienenverkehrs die Y-Trasse bei Walsrode und die Elektrifizierung der Strecke Wilhelmshaven-Oldenburg.
Eine zeitnahe Realisierung der völlig überlasteten Verkehrswege
sei umso dringlicher, da Niedersachsen bereits heute als Transitland eine Spitzenposition
einnimmt. „Das Bundesland liegt im Vergleich der Ballungsregionen europaweit
hinter London an fünfter Stelle, was die Lkw-Dichte auf den Straßen
betrifft“, betonte Karl Gernandt, Vizepräsident der Deutschen Zementindustrie.
Dies führe zu überdurchschnittlichen Verkehrsbelastungen auf der
A 1, der A 7, der A 30 und der A 28.
Erhaltungsbedarf niedersächsischer Bundesstraßen
(brb).- Baudirektor Dipl.-Ing. Markus Brockmann vom Straßenbauamt Hannover und zwei weitere Fachleute haben den Erhaltungsbedarf an einem Teilnetz der niedersächsischen Bundesstraßen mit einem Prognoseinstrumentarium unter Einbeziehung der Ergebnisse der Zustandserfassung der Fahrbahnoberflächen ermittelt. Strategien zur Unterhaltung und ihre Auswirkungen auf Restlebensdauer der einzelnen Schichten der Straßenbefestigung und die Gesamtkosten der Maßnahmen über den Prognosezeitraum 2000 bis 2015 wurden untersucht. Anhand der vorhandenen Daten konnten Überlebensfunktionen, basierend auf der Weilbull-Verteilung für Deck- und Binderschichten der Bauklassen II, III und IV aufgezeigt werden. Die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Schicht wurde nach der Survival Methode bestimmt. Das Modell wurde mit der Classification-And-Regression-Trees-Methode geeicht.
Die Erhaltungsstrategien sind nach budget- und nach erhaltungszielgesteuerten Prognoseansätzen geprüft worden. Vorrangig sind Verstärkungsmaßnahmen (90 Prozent), wobei ab einem Schwerverkehrsanteil von 800 Kfz/24h eine Verstärkung auf die Bauklasse SV sinnvoll ist. Keine der getesteten Strategien ist in der Lage, das Netz auf dem Niveau auf 2000, geschweige denn 1995, zu halten. Es kann lediglich versucht werden, dass Netz auf einer geringeren Restlebensdauer zu stabilisieren.
Im Zusammenhang mit dieser Studie erinnert Hauptgeschäftsführer
Prof. Michael Sommer vom Verband der Bauindustrie für Niedersachsen daran,
dass Prof. Dr.-Ing. habil Jürgen Hothan und Dipl.-Ing. Thomas Gebauer
vom Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau,
Fachgebiet konstruktiver Straßenbau, der Universität Hannover bereits
im Jahre 2000 den Erhaltungsbedarf von Bundes- und Landesstraßen in Niedersachsen
anhand von Zustandsbewertungen ausgewählter Strecken untersucht haben.
Diese Ergebnisse sind jetzt bestätigt worden. Der Bund und das Land Niedersachsen
sind deshalb aufgefordert, ausreichend Finanzmitteln für die Erhaltung
der Straßen zur Verfügung zu stellen, da sonst die Substanz des
vorhandenen Straßennetzes nachhaltig geschädigt wird.
Verband der Bauindustrie für Niedersachsen setzt Ausstellungsreihe fort
(brb).- Mit Meisterwerken bekannter Künstler aus dem 20. Jahrhundert setzt der Verband der Bauindustrie für Niedersachsen seine Ausstellungsreihe im Haus der Bauindustrie in Hannover fort. Es werden Originale u .a. von Altenbourg, Heckel, Kirchner und Picasso gezeigt.
Die Ausstellung im Haus der Bauindustrie, Eichstraße 19, 30161 Hannover,
ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung läuft bis
Ende Januar 2004.
KURZ NOTIERT
(brb).- Im Dezember 2003 sank in den alten Bundesländern die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent auf 132.008. Die Zahl der Kurzarbeiter im Baugewerbe betrug 17.131. Das waren 13,3 Prozent weniger als im Dezember 2002.
In den neuen Bundesländern betrug die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen 148.265. Sie lag damit um 3,3 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Die Zahl der Kurzarbeiter im Baugewerbe fiel im Vorjahresvergleich um 24,1 Prozent auf 3.808.
(brb).- Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe betrug in den alten Bundesländern im Oktober 2003 3.142 Mill. EUR und lag damit real um 1,8 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.
In den neuen Bundesländern erreichte der Auftragseingang im Oktober 2003 825 Mill. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Rückgang von real 13,0 Prozent.
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